Politisches System > Direkte Demokratie,

Nur Lamas spucken - Demokratie geht anders!

Artikel weiterempfehlen

Stimmen Sie dem Artikel zu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Artikel!

"Ihr Men­schen­has­ser, ihr Mör­der, ihr Faschos". Manch einer zuckt bei der­ar­ti­gen An­schul­di­gun­gen zu­erst ein­mal zurück. Be­rech­tig­ter­wei­s​e, wie ich fin­de. Mir ging es an die­sem Sams­tag­vor­mit­tag im Kreis 4 vor der Mi­gros Wengi in Zürich ge­nau­so. Was als fried­li­che SV­P-­Stan­dak­tion be­gon­nen hat­te, er­hielt in­nert Se­kun­den eine un­an­ge­nehme und be­droh­li­che Wen­dung.

Zwar waren die vermeintlichen Linksautonomen nur zu dritt, gleichwohl waren sie in der Mehrheit und schrien uns lauthals und in aller Öffentlichkeit an. Die Unruhestifter zu beruhigen, schien vergebens, immer lauter, enthemmter und beinahe handgreiflich wurden sie. Immer wieder wurden wir auch angespuckt. Gerade eine derart herablassende Aktion sollte meiner Meinung nach den Lamas vorbehalten bleiben.

"Verschwindet aus unserem Quartier, ihr und die SVP habt hier nichts verloren." Offensichtlich nicht einmal der Hauch von Toleranz, keine Spur von gemeinsamem Nebeneinander. Sollte nicht gerade das in diesem Wahlkreis vorherrschende soziale Gedankengut auch ein gewisses Miteinander zulassen? Ich finde schon, obwohl dann diese Aktion doch eher nach Wegweisung und Ausschaffung aus dem Wahlkreis schreit.

Auch wenn ich seit bald 14 Jahren nur unweit von diesem in dem Moment traurigen Schauplatz zuhause bin, derart viel Hass und Unverständnis wurde mir noch nie entgegen gebracht. Und obwohl meine Haut dick und strapazierfähig ist, drängen sich nach diesem Erlebnis doch einige Fragen auf:

Woran liegt es, dass Jugendliche derart aggressiv unterwegs sind, uns sogar zum Abbruch der Standaktion zwingen, da unsere Sicherheit sonst nicht mehr gewährleistet wäre? Und warum trifft es ausschliesslich die SVP, während die Kandidaten der anderen Parteien an ihren Ständen in Ruhe gelassen werden?

Die Polarisierung einer Partei wie der SVP ist sicherlich das eine. So werden oftmals Botschaften nicht richtig verstanden oder man interpretiert diese nach eigenem Gutdünken. Das Hauptproblem liegt aber vermutlich an der mangelnden individuellen Bildung beziehungsweise am nur plakativen Politverständnis dieser nicht so versierten Wähler. Anders kann eine derartige Handlung nicht erklärt werden.

Gemäss einer kürzlich publizierten Studie sollen ja 7% der Jugendlichen linksextrem sein. Drei davon stellten sich uns also in die Quere. Wohlgemerkt, als Einzelperson hätten sie wohl einen grossen Bogen um unseren Stand gemacht. Ob es an meiner Person als Kantonsratskandidat liegt, wage ich zu bezweifeln, kennt man mich persönlich ja noch nicht so gut im Wahlkreis. Auch bin ich nicht jemand, der wahnsinnig polarisiert und sich als Mediziner schon gar nicht den Fremdenhass auf die Fahne geschrieben hat. Zuoberst steht bei mir die Gesundheit, noch vor der Freiheit und Sicherheit. Letzters hätten wir uns in dem Moment aber sicherlich etwas mehr erhofft. Mein Versuch, im Dialog für Ruhe zu sorgen, war chancenlos und auch meine Argumente oder Klärungsversuche wurden nicht mal zur Kenntnis genommen. Die Übeltäter waren zu entschlossen in ihrem Tun.

Im Rückblick erinnert mich die Situation an Ultras im Fussballstadion. Die wenigen Chaoten sind nämlich auch nicht am eigentlichen Sport interessiert. Sie sehen nur noch die feindlichen Farben, die sich wie bei einem Stierkampf als rotes Tuch vor ihnen aufziehen und für noch mehr Aggressionspotential sorgen. Ich neige dazu, die ganze Aktion als kopflos zu deklarieren, verliert doch am Ende des Tages meistens auch der Stier. Bis es aber soweit ist, kann es vorher noch ungemütlich für den "Wahlkämper" auf der anderen Seite werden. Ein kleines Müsterchen haben wir erhalten.

Zusammenfas​send würde ich von gebildeten Menschen eine gewisse Dialogbereitschaft erwarten. Fehlt es aber an Bildung, so ist auch kein politischer Dialog möglich. Und dies wiederum impliziert, dass auch kein Demokratieverständnis​ vorhanden sein kann. Genau genommen müsste man mit den Jugendlichen, die sich auf das Niveau eines Lamas begeben haben, eigentlich Mitleid haben. Ihnen bleibt zur non-verbalen Artikulation lediglich das Spucken. Irgendwie erbärmlich, wenn man daran denkt, dass unter anderem solche Menschen dafür verantwortlich sind, dass in meinem Wahlkreis eine rot-grüne Mehrheit vorherrscht.

Ich bin der Meinung, dass Demokratie definitiv anders geht. Und darum braucht es am 24. März für den Wahlkreis III (8004&8005) wieder einen bürgerlichen Kantonsrat, idealerweise einen aus der SVP, um die abhanden gekommene Balance wieder herzustellen. Ich stehe zur Verfügung.

Stefan Locher - 2x auf die Liste 1 - www.drstefanlocher.ch​

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

[ Neuen Kommentar verfassen ]

60%
(5 Stimmen)
Simon Matt sagte Vor 5 Tagen

Demokratie geht anders, meint der Blick:

https://www​.blick.ch/news/politi​k/mit-telefonanruf-ue​berfuehrt-svp-kandida​t-stiftet-zu-wahlbetr​ug-an-id15215829.html​


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



33%
(12 Stimmen)
Emil Huber sagte Vor 22 Tagen

Nun wie man in den Wald ruft so hallt es zurück, heisst es.
Einige SVP Exponenten gehen mit ihren Gegenern auch nicht zimperlich um, wenn auch nur schriftlich und verbal gespuckt wird. Wie SVP Andreas Glarner:

"Sozialis​ten, Pseudo-Bürgerliche à la GLP, Gewerkschafter und Sozialarbeiter aller Fakultäten, Gutmenschen, Kulturanschaffende und Weitere ruinieren die Schweiz - und die Netten schauen zu..."

Den Arbeitgeberverband, Economiesuisse etc. welche den Arbeitnehmerschutz und Lohnschutz in neoliberaler Art und Weise aushebeln wollen werden von ihm nicht erwähnt.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

58%
(12 Stimmen)
Herbert von Vaucanson sagte Vor 22 Tagen

Es tut mir leid, Herr Locher, dass Sie während Ihrer Standaktion so angegangen worden sind. Solche Aktionen verurteile auch ich.

Andererseits kann ich Ihre Schlussfolgerung, dass aufgrund solcher Vorkommnisse bürgerliche Parteien zu wählen seien, nicht nachvollziehen. In welchem Zusammenhang steht denn die Wahl eines SVP-Mitglieds zu Ausschreitungen von Linksextremen bzw. zu Ausschreitungen allgemein? Die von Ihnen zitierte Studie belegt ja u. A. auch, dass 6 % der Jugendlichen rechtsextrem sind, Extremismus scheint also kein linkes Phänomen zu sein. Befürworten Sie z. B. entsprechend höhere Ausgaben im Bildungsbereich als Mittel gegen solche Gewaltexzesse, für die Sie ja selbst mangelnde Bildung als Ursache identifiziert haben?


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

30%
(10 Stimmen)
Urs Scheiwiller sagte Vor 23 Tagen

Hier stellt sich für mich als Neutraler, der Beleidigungen nicht gutheisst, die Frage nach dem Huhn und dem Ei. War es die SVP mit Scheininvaliden, etc. oder die Faschisten mit ihren Begriffen.wie Mörder etc. Dieses gegenseitige Aufschaukeln muss von beiden Seiten gegenseitig aufhören, bevor wir amerikanische Verhältnisse mit Massenerschiessungen haben.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

45%
(11 Stimmen)
Karlos Gutier sagte Vor 23 Tagen

Die nächsten Faschisten werden sich als "Antifa" bezeichnen. Dies erleben wir seit längerem.

Seit auf der Hut !


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

50%
(10 Stimmen)
jan eberhart sagte Vor 23 Tagen

Bekanntermassen ist ein grossteil der Unterschriften gegen den AHV-Steuer-Deal von Linkaussen-Parteien gekommen während nur ein paar tausend aus "bürgerlichen" Kreisen kamen.

Auch das Referendum gg. Sozialdektive kam ohne SP zustande.

Die SVP hat fast alle Parteien rechts der FDP aufgesogen, während links die SP hier anscheinend nicht die nötige Kraft dazu hat.

Es wird Zeit, dass die SP hier dafür sorgt, dass man links den Kompromissen der SP folgt. Ansonsten fragt man sich, wieso man mit der SP zusammenarbeiten soll, wenn dann von linskaussen ein Referendum folgt.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



64%
(14 Stimmen)
Hans Knall sagte Vor 23 Tagen

Es ist sicher äusserst unangenehm, Herr Locher, sich mit solchen Aggressionsschreihäls​en herumschlagen zu müssen, wenn man öffentlich für Sicherheit und Freiheit der Bürger wirbt. Ich habe diese „Bereicherungen“ an etlichen Standaktionen bereits selber miterleben dürfen…

Dabei geht vergessen, dass Ihre Anwesenheit im links-dominierten Prollenquartier auch eine bedeutende Wirkung auf all die Bewohner hat, die von diesem Meinungsterror eingeschüchtert sind. Sie sehen, dass sie nicht allein sind und dass es trotz allem die Möglichkeit gibt, bei den Wahlen etwas dagegen zu tun.

Es braucht mehr Kandidaten wie Sie, die sich nicht einschüchtern lassen. Sie machen den Leuten Mut, nicht zu resignieren und weiterhin an eine freie Schweiz und eine freie Gesellschaft zu glauben.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

50%
(12 Stimmen)
jürg wolfensperger sagte Vor 24 Tagen

Sie sind ein sehr mutiger Mann Herr Locher!Nur müssen wir uns im Klaren sein,dass in Zürich bereits viele Bürger die Linken wählen nuuur ,um "Ruhe" zu haben!Täte sich in der Stadt tatsächlich bei den nächsten Wahlen eine bürgerliche Mehrheit durchsetzen,käme es wohl zu Ausschreitungen und Zerstörungen in ungeahntem Ausmass!Die Demokratie hat sich leider in vielen Orten bereits verabschiedet und hat einen linken Polit-Dünkel das Regieren überlassen mit den üblichen Begleiterscheinungen,​von organisiertem Meinungs-Terror,die andere Meinungen ausgrenzt,wenn nötig auch mit physischer Gewalt..!Auch das wird grosso-modo durchaus toleriert...!Die SVP hat eine Abstimmung verloren,wo es darum ging,die Reithalle aus dem Berner Stadtbild zu entfernen.Die Bürger haben es abgelehnt,weil sie Angst hatten vor dem Terror,den es ausgelöst hätte,wäre dieses Wahrzeichen von Anarchie und linker Dekadenz abgerissen worden.Ja auch bei uns gibt es bereits rechtsfreie Räume,wo man lieber wegschaut,als handelt.In Basel ebenso...!Diese Balance wird nicht so schnell mehr wieder hergestellt werden können.Es müsste sich in der Medienlandschaft einiges ändern bzw. die linken Schreiberlinge müssten diese Misstände explizit anprangern.Tun sie aber nicht,da sie sonst ihre Jobs verlieren.Schöne heile Demokratie-Welt...!!E​s wird nie mehr sein,wie es einst
war..!


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

Seite 1 von 1

Neuen Kommentar verfassen

Sie müssen als User, Newsletter-Abonnent oder Gönner von Vimentis oder bei Facebook registriert sein, um auf diese Seite zugreifen zu können. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich kostenlos:

Auf Vimentis direkt einloggen..
 
 ... oder mit Ihrem Facebook-Account
 
E-Mailadresse:
Passwort:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?