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Roger de Weck: Von der Illusion des unabhängigen Fernsehens

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Auf den ers­ten Blick ir­ri­tiert und verärgert die Wahl von Roger de Weck zum SR­G-­Ge­ne­ral­di­re​k­tor. Der Ge­ne­ral­di­rek­tor der SRG sollte in ers­ter Linie zwei wich­tige Ei­gen­schaf­ten haben:
1. Un­ter­neh­me­ri­sche​ Qualitäten, um ein gros­ses Un­ter­neh­men durch ein­schnei­dende Re­for­men führen zu können, ins­be­son­dere ste­hen dabei das Pro­gram­m­an­ge­bot und die Sa­nie­rung der Fi­nan­zen ohne eine Gebührenerhöhung und ohne Zu­satzein­nah­men im Vordergrund.
2. Po­li­ti­sche Zurückhaltung und Neutralität, damit sich alle Bevölkerungsschichten​ durch das Staats­fern­se­hen an­ge­spro­chen und ver­tre­ten fühlen.

Roger de Weck hat sich bisher nicht durch Unternehmertum ausgezeichnet, dafür ist er um so mehr als politischer Ideologe bekannt. Er ist wohl der bekannteste und grösste EU-Turbo der Schweiz, der auch jetzt noch – wo es wirklich einfach zu erkennen ist, wie vorteilhaft die Nicht-EU-Mitgliedscha​ft ist – einen sofortigen EU-Beitritt verlangt. Roger de Weck benutzte jede Gelegenheit, um die SVP anzuschwärzen. Er wehrte sich mit Händen und Füssen gegen die Minarett-Initiative und er ist Mitbegründer des „Club Helvétique“,  welcher die Direkte Demokratie und die Volksrechte am liebsten abschaffen würde und die Ausschaffungsinitiati​ve für ungültig erklären möchte.

Das alles ist gut und recht. Wir haben zum Glück Meinungsfreiheit in diesem Land und Herr de Weck kann und soll sich äussern, wie er will. Aber die SRG hat einen staatlichen Leistungsauftrag, der auch die politische Ausgewogenheit verlangt und die Vielfalt der Ansichten angemessen zum Ausdruck bringen soll. Die SRG hat eine zentrale meinungsbildende Rolle in der Schweiz und quasi eine Monopolstellung. Die Besetzung des Generaldirektoren-Pos​tens hat deshalb auch eine wichtige staatspolitische Komponente und ist ein deutliches Zeichen an die Öffentlichkeit.

Aus meiner Sicht müsste der Generaldirektorenpost​en nach unternehmerischen Leistungen und nicht nach politischer Ideologie vergeben werden. Und wenn dies nicht mehr möglich ist, so muss eine Wahl durch das Parlament stattfinden. In anderen europäischen Staaten (z.B. beim ORF in Österreich) ist es üblich, dass die TV-Führungsposten entsprechend der politischen Stärke der Parteien vergeben werden. Das wäre zwar schade, aber allemal besser als das heutige, undurchsichtige und nicht transparente Wahlsystem, welches offensichtlich genauso das politische Profil – und was für eines (!)  – in den Vordergrund stellt. Eine Parlamentswahl des SRG-Direktors wäre immerhin demokratisch legitimiert.

Etwas Gutes ist der Wahl trotz allem aber abzugewinnen: Die SRG ist schon seit Jahren politisch gefärbt. Von daher ist die Wahl von Roger de Weck nur ehrlich und auch nicht überraschend. Sie zeigt den politischen Kurs der SRG in aller Deutlichkeit auf.

Unter diesen Umständen ist die Frage aber berechtigter denn je, ob wir das Medienwesen nicht komplett liberalisieren und damit verbunden auch die Gebühren abschaffen sollten.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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74%
(72 Stimmen)
Alexandra Weber sagte July 2010

Die Wahl von RdWE war eine Katastrophe für die Schweizer-Medien die nicht in die EU wollen - die eine Schweiz als Schweiz wollen - eine Schweiz, der Perle in Europa Sorge tragen wollen.
RdWE ist ein klarer EU-Turbo - lässt loyale, wahre und rechtsgegliederte Artikel schon gar nicht erst zu und bestmmt und steuert die SRG klar links-grün-EU-mässig und somit wird die Schweiz zu einem kleinen Disney-Land, nämlich total fern- und medien-gesteuert.
aw​


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43%
(42 Stimmen)
Anton Keller sagte July 2010

Die direkte Demokratie wird auch im Medienbereich dafür sorgen, dass De Weck sich nicht alles erlauben kann. Sonst würde alles konsequent verboten, dass nicht zum Auftrag im engeren Sinne der Idee Suisse gehört.


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34%
(119 Stimmen)
Eric Pudles sagte June 2010

Die Wahl von Roger de Weck mag wohl nicht die allerbeste sein,sicher besser als hätte man F.Leutenegger (FDP) gewählt.In Ihrem Artikel verlangen Sie "unternehmerische Leistungen und nicht politische Ideologien". Einverstanden, aber sobald sich irgendwo jemand zu den Ideologien der SVP bekennt ist dieser Vorsatz Makulatur. Die Herren Leutenegger und Köppel welche voll und ganz nach der SVP Pfeife tanzen sind gemäss Ihnen besser für diesen Job geeignet. Warum??? Sicherlich wie eben erwähnt diese Herren haben eine 100%ige SVP Meinung und das wäre für das Schweizer Fernsehen genauso schlecht wie eine zu linke Einstelleung, welche Hr. de Weck aber nicht hagt.


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34%
(140 Stimmen)
marc landert sagte May 2010

Herr de Weck hat ein 100% iges Demokratieverständnis​ und vertritt seine Meinungen unspektakulär, mit Überzeugung und Scharfsinn. Dass er deswegen von der SVP angegriffen wird ist logischerweise nicht verwunderlich. Diese Partei hat ohnehin die Wahrheit über dessen, was unserem Land gut tut gepachtet. Ginge es nach König Blocher, Knecht Brunner und Köppel und Co. würden die Medien aus der Weltwoche und einem Staatsfernsehen mit Direktor Leutenegger an der Spitze bestehen, der wohl der FDP angehört aber stramm nach SVP-Linie marschiert. Ich traue Herr de Weck mit seiner Intelligenz zu, dass er sowohl die unternehmerischen wie auch die publizistischen Fähigkeiten mitbringt um unser Schweizer Fernsehen auf einem hohen Niveau zu halten und die Strömungen der gesamten Bevölkerung zu berücksichtigen und zu respektieren. So gut wie der Abtretende wird er es alleweil schaffen...sogar ohne Porsche Cayenne.


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77%
(60 Stimmen)
Georg Stamm sagte May 2010

Meiner Meinung nach konnte man unter Frau Deltenre nicht sagen, das Schweizer Fernsehen sei links. Es müssen sich alle anerkannten politischen Richtungen im Fernsehen finden können, SVPler so gut wie SPler und alle Spektrumteile dazwischen. Das war in den letzten Jahren gelungen. Von Herrn de Weck erwarte ich, dass diese Vielfalt so weitergeht und nicht wieder ein linkslastiges SF entsteht wie vor der Aera Deltenre. Herr de Weck kann sich verdient machen, wenn er unternehmerisch dafür sorgt, dass das SF-Budget ins Lot kommt und die Gebühren mindestens nicht steigen, vielleicht sogar sinken.


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26%
(54 Stimmen)
Alain Burlet sagte May 2010

Bürgerliche Politik ist in unserem Land gut vertreten. Wenn man bedenkt, dass trotz einer "linken" SRG diverse politisch bürgerliche Abstimmungen gewonnen werden, kann ich mir nicht ganz vorstellen, welchen Einfluss die SRG haben sollte.
Bisher habe ich stets aggressivere Artikel in Zeitungen gesehen als im öffentlichen Fernsehen. Die waren nicht immer politisch angehaucht, sondern zielten darauf hin, die Leute aufbrausen zu lassen, wenn ein Politiker ein Fehltritt machte. Das geht von politisch links bis politisch rechts.
Die Frage ist meiner Meinung nach mehr: Wie sensibilisert man die Bevölkerung am besten, auf scheinbar wichtige Themen. Die Zeitungen beherrschen diesen Aspekt definitiv besser





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29%
(91 Stimmen)
Hans Meier sagte May 2010

Wo bitte ist die SRG links? Das Programm ist zum abschalten und die Informationssendungen​ sind einfach schlecht. Nur um die Tagesaktualität zu sehen brauche ich keine Tageschau mehr, dazu reichen zwei drei Klicks.

Gerade von der VSP wird nach Personen mit Ecken und Kanten gerufen. Da ist die ganze rechtsbürgerliche Aufregung wischiwaschi. Zudem war Roger de Weck unternehmerisch tätig, da grenzt ihre Unterstellung an Verleumdung.
Mit diesem Aufschrei zeigen sie nur eins. Sie wollen eine SVP Klientelwirtschaft in allen staatsnahen Betrieben installieren.




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72%
(101 Stimmen)
Martin A. Huber sagte May 2010

Dass sich das Schweizer Fernsehen in einem eindeutigen Linksdrall bewegt, ist (nicht nur) anhand er Berichterstattung, Themenwahl und Gewichtung der Themen klar zu erkennen. Wem die Hintergründe über die Abgänge von Roger de Weck beim Tagesanzeiger und bei "Die Zeit" bekannt sind, man kann sich darüber ja auch informieren, wird sofort erkennen, dass ihm die Kern-Qualifikationen für diesen Job fehlen, resp. dass er diesen Job nur auf Grund linker Vetternwirtschaft erhalten hat. Ich persönlich bin fest überzeugt, dass seine guten Beziehungen zu Moritz Leuenberger ausschlaggebend waren, resp. BR Leuenberger diesen Überraschungscup diskret im Hintergrund eingefädelt hat. Tragisch überhaupt, dass der Generaldirektor einer öffentlich-rechtliche​n Institution in einem klandestinen Verfahren gewählt werden kann, von einem verfilzten Gremium, das der zahlenden Bevölkerung anscheinend überhaupt keine Rechenschaft schuldig ist.


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90%
(67 Stimmen)
zita huser sagte May 2010

Es ist wie mit vielen Bereichen,die von der öffentlichen Hand oder über Gebühren von allen Bürgern finanziert werden-sie sollten eine Neutrale Position vertreten. Es ärgert mich auch immer, wenn mit meinem Steuergeld eine Meinung vertreten wird, die gar nicht meiner Einstellung entspricht.Und-Herr Amrein-die SRG braucht keine SVP/FDP-Mediendiktatu​r,aber ganz sicher auch keinen linken Filz!


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84%
(51 Stimmen)
Markus Müller sagte May 2010

Komplett liberalisieren? JA, BITTE SOFORT! Schaffen wir Art 93 BV ab!


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74%
(68 Stimmen)
Markus Saurer sagte May 2010

Die Wahl de Wecks ist falsch. Aber sie hat auch Vorteile: Sie bringt genau die Polarisierung, die wir jetzt benötigen, um eine harte Diskussion über die Monopolmedien zu führen. Da uns via Web 2.0 immer mehr Medien zur Verfügung stehen, muss die SRG auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Öffentliche und meritorische Güter können auch mittels Aufträge an Private im Wettbewerb erwirkt werden.


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