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Schulreformen, Fremdsprachen wann welche wieviele ?

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Fremdsprachen wann und wie­viele , ein ver­späte­tes Rea­gie­ren auf die Schul­re­for­men. In fast allen Kan­to­nen sind Schul­re­for­men im Gan­ge, seit ge­rau­mer Zeit.

Seit den Schulreformen hat sich viel geändert und ändert sich immer noch für die Schüler und Schülerinnen. Die neuen Konzepte überfordern viele.

Ich möchte in erster Linie das Ganze ein wenig von den SchülerInnen her aufzeigen.

Was hat sich weshalb geändert:

  • Die Schulen möchten ihre Lehrpläne den neuen Situationen anpassen:
  • Flut von Informationen
  • mehr Lehrstoff
  • anderes Kommunikationsverhalt​en
  • Familienveränderun​gen
  • usw.

Daraus folgt:

Die Schüler haben nicht mehr nur einen oder eine LehrerIn.

Die Lehrpersonen können jede Stunde ändern, da mehr auf Stoffwissen geachtet wird.

Bezugsperson fehlt Eltern müssen sich mit verschiedenen Lehrern absprechen.

Die Schüler haben keine eigentliche Klasse mehr, die Klassen werden je nach Situation und Stoff neu eingeteilt.

Bei jedem Wechsel wechselt auch die Struktur der Klasse (im Tierreich würde man sagen Rudelverhalten ändert sich), das erfordert dauernde neu Anpassungen der SchülerInnen.

Zu Hause haben die Geschwister ganz unterschiedliche Schulzeiten bedingt durch die neuen Strukturen der Schulen.

Die Eltern arbeiten beide und können Betreuung nicht mehr gleich machen wie früher.

Es sind zu unterschiedlichen Zeiten, unterschiedliche Menschen zu Hause.

Auch hier ein Anpassen auf neue Strukturen

Der Stoff wird mehr in Gruppen vermittelt und die SchülerInnen sollen sich selbst ein Programm erarbeiten.

Hier wird Teamfähigkeit verlangt, vorher waren es oft EinzelkämpferInnen.

und so weiter , ich könnte noch mehr aufzählen, das gar nichts mit dem eigentlichen Stoff zu tun hat, aber hohe Anforderungen an die SchülerInnen stellt.

Die neuen Strukturen sind für SchülerInnen nicht einfach, denn diese kommen in einer schwierigen Entwicklungszeit, nämlich in der Pubertät.

Meine Erfahrungen zeigen, dass es sehr wichtig ist, die Sicherheit und die Freude der SchülerInnen zu fördern, dies verspricht für später echte Lebensqualität. Um die Änderungen eines Schulkonzeptes zu beurteilen, muss man die Menschen anschauen, die zwischen 30 und 40 Jahre alt sind.

Unmittelbares beurteilen von Schulkonzepten schlägt fehl.

Die Änderungen der Schulreformen, hier vom Schüler her betrachtet, ohne auf den Stoff einzugehen zeigt auf welche Anforderungen gestellt werden (Es gäbe noch die Betrachtungsweise von der Lehrperson oder den Eltern her).

Sind diese verschiedenen Schulreformen , das was unsere Gesellschaft weiterbringt oder ist es eine Ueberforderung vieler Beteiligten ?

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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71%
(7 Stimmen)
Inge Votava sagte May 2017

Zum Sprachenstreit kann/will ich micht nicht äussern. Ich möchte aber bitten, die englische Sprache nicht nur als Wirtschaftssprache anzusehen. Grosse Dichter wie z.B. Shakespeare haben uns mit Drama und Literatur ungemein bereichert.
Ob ein Schulenglisch, gleichgültig auf welcher Stufe es unterrichtet wird, allerdings ausreicht um die Schönheit der englischen Sprache kennenzulernen, wage ich zu bezweifeln. Und wenn ich höre, wie falsch die englischs Sprache im sogenannten Neudeutsch angewendet wird (z. B. "coffee to go"), kann ich die Kritiker beinahe verstehen.


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67%
(9 Stimmen)
Werner Nabulon sagte May 2017

Warum schicken wir die Kinder in die Schule?

In der Schule sollen die Kinder die Sprache erlernen, sprechen lesen schreiben, je nach Region in der Schweiz sind das unterschiedliche Sprachen.
Dann sollen Mathematik Rechnen usw erlernt werden, ....

Ist die Schulzeit beendet, geht es in einen Beruf ...., damit schlussendlich dieser Junge Mensch sein Geld verdienen kann mit Arbeiten mit einer Tätigkeit die man arbeiten nennt.

Sie gehen in die Schule um "böse" geschrieben, der Wirtschaft / uns zu "dienen".

International gängige Sprache ist Englisch.
Aber wir können natürlich weiter über andere Sprachen wie Französisch oder Italienisch diskutieren, die Kinder gehen ja für was in die Schule???

Ich bin unschuldig, es bin nicht ich der Englisch zur "Weltsprache" gemacht hat. Aber für eine gute Zukunft sollte man so viel Vernunft haben, und das erkennen und schulen.


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78%
(9 Stimmen)
Otto Jossi sagte May 2017

NZZ: vom 02.08.2016

Auszug aus einem Interview mit Raphael Berthele, Professor für Mehrsprachigkeit, warnt davor, in der laufenden Debatte Sprachen gegeneinander auszuspielen.

Zu welchem Grad an Fremdsprachenkenntnis​sen kann der Schulalltag überhaupt führen?

Auf der Skala mit den Niveaus A (am tiefsten) bis C (am höchsten), die ihrerseits in die Stufen 1 und 2 gegliedert sind, sollen Schüler am Schluss der obligatorischen Schulzeit das Niveau A2 erreichen. Das heisst: Das Niveau, das angestrebt wird, ist ein elementares, nicht ein fortgeschrittenes. Die Schule macht aus den Schülern nicht Menschen, die perfekt mehrsprachig sind. Sie ist vielmehr im besten Fall eine «Türöffnerin» für Mehrsprachigkeit, vermittelt Einblicke in fremde Sprachen und Kulturen, und sie kann dazu animieren, diese Grundkenntnisse zu vertiefen. Die Ambition, dass alle Schweizer polyglott werden, ist überzogen.

Länder mit einer einzigen dominanten Sprache haben es da doch einfacher. Sie müssen keine innenpolitische Rücksicht nehmen und können vor allem auf die globale Sprache Englisch setzen.

Man kann das so sehen. Ich würde den Spiess umdrehen. Unsere vier Landessprachen, diese gesellschaftliche Mehrsprachigkeit, birgt Potenzial. Dass die Schweiz als mehrsprachiges Land wahrgenommen wird, dass viele Schweizer nicht in Panik ausbrechen, wenn sie eine andere Sprache verwenden und lernen müssen, ist doch gut.

Man könnte auch Standortvorteil sagen. Greift es nicht zu kurz, wenn wir Sprachkompetenzen nur unter dem Gesichtspunkt betrachten, was sie wirtschaftlich bringen?

Die Bedürfnisse gerade in der Wirtschaft ändern sich schnell und sind je nach Kontext völlig unterschiedlich. Der Erwerb kultureller Kompetenzen und ganz allgemein von Bildung ist nicht allein daran zu messen, ob er materiell relevant ist.


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78%
(9 Stimmen)
Alex Müller sagte May 2017

Danke Herr Jossi für die Zusammenstellung der Fragen um die Fremdsprachen. Ja, man sollte diejenige fragen, welche im Berufsleben stehen, wie sie vom Sprachunterricht nutzen konnten.
Im Thurgau hat der Kantonsraten die Politiker darüber abgestimmt, dass sie das Frühfranzösisch in die Oberstufe hinaufschieben wollen. Obschon sie erst 2006 das Frühfranzösisch eingeführt haben. Und es nützt den Schülerinnen nicht besonders, wenn die Partei xy dafür und andere dagegen waren und das mit 52 zu 68 Stimmen. Denn jetzt muss sowohl die Primar- wie die Sekundarstufe ihre ganzen Stundentafeln neu ordnen und ev. sogar andere Lehrmittel einführen.
Dabei sind die Motive der Kantonsräte ja nicht eindeutig ersichtlich. Die einen finden Französisch wichtig wegen der Einigkeit in der Schweiz, die andern sehen Englisch als die wichtig Sprache, weil das heute die Forschungssprache sei.r
Wichtig für alle ist aber die gründliche Erlernung der Schriftsprache und die Erhaltung des Reichtums der Dialekte.
Die Schule aber lebt nicht durch die Politik allein, sondern von Lehrpersonen (blödes Wort!) , welche den Unterricht so gestalten können, dass die Schülerinnen vom Stoffinhalt davon "gepackt" werden. Dazu kann der Lehrer bei den Schülern ihre Interessen und Fähigkeiten erfassen und sie dadurch noch mehr weiterbringen.
Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, die Schule hat mir immer gut gefallen. Ich hatte vielleicht auch glück. Wenn ich zurücksehe, merke ich dass der Französischunterricht​ in der Sekundarschule so gut gewesen sein muss, dass ich heute noch die Grammatik gut weiss und alle Lieder auf Französisch auswendig kann, obschon ich damals es nicht so besonders interessant fand. Und - obschon ich nie im Welschland gearbeitet habe.


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57%
(7 Stimmen)
Otto Jossi sagte May 2017

bluewin.ch:
"Die als allgemeine Anregung formulierte Initiative für nur noch eine Fremdsprache in Bündner Primarschulen kann so umgesetzt werden, dass sie nicht offensichtlich gegen übergeordnetes Recht verstösst. Dies hat das Bundesgericht in einer öffentlichen Beratung befunden.
Das Urteil der ersten öffentlich-rechtliche​​n Abteilung des Bundesgerichts fiel mit drei zu zwei Stimmen knapp aus. Die Mehrheit der Richter stellte sich auf den Standpunkt, dass es keinen offensichtlichen Widerspruch zu übergeordnetem Recht gibt.
Ein solcher muss im Kanton Graubünden jedoch vorliegen, damit eine als allgemeine Anregung eingereichte Initiative für ungültig erklärt werden darf.
Die drei Bundesrichter sehen das in der Bundesverfassung festgeschriebene Diskriminierungsverbo​​t und das Gleichbehandlungsgebo​​t nicht verletzt.
Gemäss Initiative soll in den deutschsprachigen Teilen Graubündens auf Primarschulstufe Englisch als erste Fremdsprache unterrichtet werden. In den romanisch- und italienischsprachigen​​ Regionen soll hingegen Deutsch gelernt werden."

Die Bündner Regierung wollte die Initiative für ungültig erklären.


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63%
(8 Stimmen)
Otto Jossi sagte May 2017

auf bluewin.ch gelesen:
"Seit 24 Jahren wird im Thurgau ab der 5. Primarklasse Französisch unterrichtet, nun wollen die Politiker das Frühfranzösisch abschaffen. Die Erfolge seien enttäuschend, viele Schülerinnen und Schüler seien überfordert, lautet ihre Begründung.
Die Mehrheit des Grossen Rates, vor allem die SVP, CVP und die Grünen, wollen den Unterricht deshalb auf die Oberstufe verschieben. Damit hält der Grosse Rat an einem Entscheid vom August 2014 fest, mit welchem der Grosse Rat eine Motion zur Abschaffung des "Frühfranzösisch" als erheblich erklärt hatte."

LehrerInne​n sagen, die Schüler seien im Französisch nicht überfordert. Das sind jene Lehrerinnen die franz unterrichten, wie steht mit der allgemeinen Ueberforderung ??


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