Gesellschaft > Religion,

Soll sich die Kirche in die Politik einmischen?

Artikel weiterempfehlen

Stimmen Sie dem Artikel zu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Artikel!

Soll sich die Kir­che in die Po­li­tik ein­mi­schen?           

Laut verschiedenen Berichten in den Medien hat der ehemalige Weihbischof Peter Henirici gesagt: "Als Schweizer kann man die SVP nicht wählen."

Hier wird nicht die Frage besprochen, ob man als Schweizer die SVP wählen kann oder nicht, sondern ob sich die Kirche in die Politik einmischen soll. Katholiken und seit der Reformation auch die Protestanten taten das massgeblich bis zur Aufklärung und der Trennung von Kirche und Staat. Sie tun das da und dort bis heute. Das führte z.B. zum Dreissigjährigen Krieg. Der Verfasser teilt die Meinung des Präsidenten der CVP: Die Kirche soll sich nicht zu politischen Fragen äussern. Sie darf das nach Meinung des Verfassers nur bei Fragen, die ihre Rahmenbedingen, ihr eigenes Funktionieren betreffen.

Bekanntlich reden Kirchen gar nicht. Sie sind aus Stein. Es sind Menschen, die für Kirchen arbeiten oder sich dort freiwillig engagieren, die reden. Sie haben zu den politischen Fragen ihre persönlichen Meinungen, wie alle anderen Menschen auch. Aber ihre Aufgabe ist es, den Glauben und die Interessen ihrer Kirche zu vertreten.

Wer zu einer Kirche gehört, verliert deswegen sein Bürgerrecht nicht. Er kann einer Partei beitreten oder selber eine Organisation gründen, die sich für dieses oder jenes politische Ziel einsetzt und dort seine politische Meinung vertreten, darf dann aber nicht als Exponent der Kirche auftreten. Der basellandschäftliche Regierungsrat Erich Nussbaumer ist ein gutes Beispiel. Er ist gläubig und bei der evangelisch-methodist​ischen Kirche engagiert. Aber an allen Anlässen, an denen ihn der Verfasser hörte, trat er als überzeugendes Mitglied der SP auf, nicht als Kirchenmann, selbst wenn seine politische Haltung auf seiner religiösen Überzeugung beruhen sollte.

Die Kirche ist die zentrale Anlaufstelle für Menschen, die gläubig sind, aber auch für solche, die bei Grundfragen des Lebens umherirren und eine seelische Zufluchtsstätte suchen. Diese Menschen haben selber die unterschied-lichsten politischen Meinungen. Mischt sich die Kirche in politische Debatten ein, wird sie selber zum Schauplatz politischer Auseinandersetzungen und kann ihre Hauptaufgabe, die Seelsorge im weitesten Sinn, nicht mehr erfüllen.


Kommentare von Lesern zum Artikel

[ Neuen Kommentar verfassen ]

25%
(8 Stimmen)
jan eberhart sagte Vor 11 Tagen

Bekanntermassen hat sich die römisch-kathlische Kirche nur durchgesetzt weil sie sich mit der weltilchen Macht verbunden hat.

Man hat sich ganz bewusst auf römische Kaiser wie Konstantin der Grosse oder Theodosius I.gestützt, um all die anderen Kulte im römischen Reich zu verbieten.

Später waren die Könige der germanischen Reiche wichtig, um sich endgültig durchzusetzen.

Ins​ofern wäre es weltfremd, nun zu verlangen, man solle sich von weltlichen Belangen fernhalten.




Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



40%
(10 Stimmen)
Hans Knall sagte Vor 12 Tagen

Die Kirchen dürfen sich nur in einem Fall in die Politik einmischen. Aber dort müssten sie es tun! Dann nämlich wenn der Christliche Glaube und die Christliche Religion bedroht, bekämpft, unterdrückt, marginalisiert, oder übergangen wird.

Was die Kirchen (vor allem die evangelische Landeskirche mit ihrem politischen Arm EVP) aber in Wirklichkeit in der Schweiz tun, ist das Gegenteil davon. Sie mischen sich in die Politik überall da unterstützend ein, wo es sich um linke, globalistische, armee- und bürgerwaffenfeindlich​e oder klimapanische Anliegen der Sozialisten geht. Hingegen wehren sie sich gegen jegliche Behelligung der sich intensiv ausweitenden Gefahr durch den christenfeindlichen Islam bis zur Unterwürfigkeit. Sie relativieren inzwischen den Glauben zum „auch das Gegenteil ist wahr“.

Die Katholiken versuchen zumindest unter den eigenen Kirchenanhängern noch gewisse ethische Werte zu retten (Homosexualität, Abtreibung, Ehe). Aber gegenüber dem Islam verhält sich die Kirche genauso devot, wie höchste Bischöfe beweisen, wenn sie beim Besuch auf dem Tempelberg in Jerusalem ihre Kreuze ablegen oder wenn der Papst wie aktuell, Höflichkeitsbesuche in Islamistischen Ländern abhält, statt gegen die weltweit grassierende Christenverfolgung einzustehen.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

78%
(9 Stimmen)
Helmut Barner sagte Vor 12 Tagen

Falls sich die Kirche Christus als Vorbild nimmt, muss sie sich einmischen in die Politik, gegen die Politik wenn es nötig ist. Immer dann, wenn die Politik nicht den christlichen Grundsätzen folgt, hat sich die Kirche einzumischen.
Bekann​tes Beispiel:
Dietrich Bonhoeffer (* 4. Februar 1906 in Breslau; † 9. April 1945 im KZ Flossenbürg) war ein lutherischer Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt.
Wie lächerlich, ihm vorwerfen zu wollen, dass er seine Hauptaufgabe, die Seelsorge nicht mehr erfüllt habe.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

Seite 1 von 1

Neuen Kommentar verfassen

Sie müssen als User, Newsletter-Abonnent oder Gönner von Vimentis oder bei Facebook registriert sein, um auf diese Seite zugreifen zu können. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich kostenlos:

Auf Vimentis direkt einloggen..
 
 ... oder mit Ihrem Facebook-Account
 
E-Mailadresse:
Passwort:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?