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Traumberuf Arzt - Medizinstudium weiterhin beliebt

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Attraktivität Arzt­be­ruf


Liegt es am krisensicheren Jobangebot, dem Status oder der erwarteten guten Bezahlung? Das Interesse an Medizinstudiengängen an Schweizer Hochschulen lässt nicht nach. Bis Mitte Februar haben sich 6.407 Personen für ein Studium im Herbstsemester (HS) 2017 angemeldet (alle Fachbereiche: Human-, Zahn- & Veterinärmedizin sowie Chiropraktik). Die Rektorenkonferenz der schweizerischen Hochschulen, swissuniversities, empfiehlt daher erneut, den Zugang zu beschränken.

Zulassun​​gsbeschränkung des Medizinstudiums


Für das Medizinstudium gilt auch 2017 aufgrund des ernormen Zulaufs wieder ein Numerus Clausus (Zulassungsbe​​schränkung), wie swissuniversities mitteilt. Ein Numerus Clausus tritt in der Schweiz dann in Kraft, wenn aufgrund der Nachfrage die Kapazitäten um mehr als 20% überschritten sind und hohen Qualitätsansprüchen genügende Studienbedingungen so nicht mehr zu garantieren wären. Zusätzlich können Studieninteressenten im Vorfeld ein Self-Assessment durchlaufen, um individuelle Studienwahl und persönliche Eignung zu hinterfragen. 


Der formelle Eignungstest wird am Freitag, 7. Juli stattfinden. Alle Kandidatinnen und Kandidaten erhielten im April 2017 Anmeldeunterlagen und ein Test Info mit ausführlichen Prüfungshinweisen und Beispielaufgaben.
An den Universitäten Basel, Bern, Freiburg und Zürich gibt es bereits seit mehreren Jahren einen NC. Keine Zulassungsbeschränkun​​g durch den NC gibt es in Genf, Lausanne und Neuenburg (frz.: Neuchâtel); hier werden alle eingeschriebenen Studierenden aufgenommen. Stattdessen selektieren diese die Arztanwärter im ersten Studienjahr.

Sonderpr​​ogramm Humanmedizin


Erstmals gilt die Zulassungsbeschränkun​​g auch für die ETH Zürich, die Università della Svizzera italiana und Luzern und St. Gallen. Die dortigen Modellstudiengänge werden als Bestandteile des Sonderprogramms Humanmedizin mit dem Herbstsemester 2017/2018 eingeführt. Im Februar 2016 hatte der Hochschulrat das Sonderprogramm als Massnahme gegen den Ärztemangel und für erfolgreiche Abschlüsse geschaffen. Ziel ist es, bis spätestens 2025 die Anzahl der Masterabschlüsse (Humanmedizin) schrittweise auf 1300 pro Jahr zu erhöhen - das entspricht einer Verdopplung zur heutigen Anzahl. Die Universität Basel, die Università della Svizzera italiana, die Universität Zürich und die ETH Zürich bewerben gemeinsam ihren neuartigen Studiengang in Medizin. Die Studierenden machen dabei ihren Bachelor an der ETH Zürich und ihren Master an einer der Partneruniversitäten.​​ Dadurch würde auch dem Technologiesprung in der Medizin Rechnung getragen abzulesen auch am Standort Nordwestschweiz mit der dort breit angesiedelten Life-Science-Industri​​e. Inhaltlich sind neue Schwerpunkte wie biomedizinische Bildgebung und Engineering, Medizin-Informatik, personalisierte Medizin, molekulare Gesundheitswissenscha​​ften und Genetik vorgesehen, um die Medizin in die Zukunft zu führen. 


Der Bundesrat fördert das Sonderprogramm von 2017 bis 2020 mit einer Anschubfinanzierung; einem Zusatzkredit von 100 Mio. Franken für zusätzliche Studienplätze für Nachwuchsmediziner. 
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Aufnahmekapazitäten HS 2017/2018 und schweizer Hochschulen mit medizinischem Studienangebot


Schweizer Hochschulen mit medizinischen Studiengängen (Aufnahmekapazität für das HS 2017/2018: 1.887 Studienplätze (Human-, Zahn-, Veterinärmedizin und Chiropraktik)): 

  • Eidg​​enössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ)
  • Universität Basel (UniBAS)
  • Universität Basel und Università della Svizzera italiana (UniBAS-USI)
  • Universi​​tät Bern (UniBE)
  • Université de Fribourg (UniFR)
  • Université de Genève (UniGE)
  • Université de Lausanne (UniL)
  • Université de Neuchâtel (UniNE)
  • Universität Zürich (UniZH)
  • Universität Zürich und Universität Luzern "Luzerner Track"(UniZH-Track LU)
  • Universität Zürich "St. Gallener Track" (UniZH-Track SG)


Es handelt sich bei der angegebenen Kapazität um jene Anzahl Studierender, welche die Fakultäten für das erste Studienjahr maximal a​​ufnehmen können. Sollte die Anzahl der Aspiranten unverändert bleiben, wird die Anzahl der Studienplätze nach dem ersten Studienjahr durch verschärfte inneruniversitäre Prüfungen auf die geringeren Kapazitäten für das zweite Studienjahr reduziert.


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