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Windenergie im Unterwallis: Eine Erfolgsgeschichte

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In der Un­ter­wal­li­ser Tal­ebene wird seit Jah­ren – prak­tisch un­be­ach­tet von der Deutsch­schweiz – er­folg­reich Win­d­ener­gie pro­du­ziert. Be­tei­ligt am Pro­jekt sind zu 50% die um­lie­gen­den Ge­mein­den. Das grösste Wind­kraft­werk Ado­nis pro­du­ziert al­leine Strom für rund 2000 Haushalte.

www.schlemi​hl.org

Grösstes Windkraftwerk der Schweiz
Adonis ist das grösste Windkraftwerk der Schweiz, liegt in der Gemeinde Charrat bei Martigny, misst 150 Meter bis zum oberen Ende der Schaufelblätter und produziert Energie ab Windgeschwindigkeiten​ zwischen zehn und 100 Kilometern pro Stunde. Bei über 45 km/h erreicht die Anlage die volle Betriebsleistung. Im Jahr 2016 hat Adonis rund 7 Mio kWh Strom produziert. Das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch von 1000 Personen (inkl. Stromverbrauch der Unternehmen und dem Staat). Betrachtet man nur die Privathaushalte, produziert Adonis Strom für rund 2000 Haushalte. Adonis profitiert dabei vom lokalen Aufwind, der bei Charrat an der Südseite des Rhonetals herrscht.

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Das grösste Windkraftwerk der Schweiz steht in Charrat bei Martigny.

 

Adonis ist bereits das dritte Windkraftwerk in der Walliser Talebene rund um Martigny. Auch die Windkraftwerke von Collonges und Martigny profitieren vom konstant starken Wind in der Region Martigny (Wer schon mal am Bahnhof Martigny auf einen Zug gewartet hat, weiss wie stark der Wind dort bläst…). Zusammen produzierten diese drei Kraftwerke 2016 rund ​16 Mio kWh Strom. Das entspricht in etwa dem jährlichen Strombedarf von 4500 Haushalten. Langfristig sind in der Region weitere sechs Windkraftwerke geplant.

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Die drei bestehenden und sechs geplanten Windkraftwerke in der Region Martigny.

 

Public Private Partnership
Adonis wird von der Aktiengesellschaft ValEole SA betrieben, bei der die umliegenden sechs Gemeinden Fully, Martigny, Saillon, Saxon, Riddes und Charrat insgesamt zu 50% beteiligt sind. Die restlichen 50% der Aktien besitzen fünf regionale Elektrizitätsunterneh​men. Die anderen beiden Windkraftwerke werden von der RhônEole SA betrieben. Hier sind fünf umliegende Gemeinden mit je 10% beteiligt. Die restlichen 50% der Aktien sind im Besitz von drei regionalen Elektrizitätsunterneh​men. Von dieser Partnerschaft profitieren sowohl die Gemeinden wie auch das lokale Gewerbe.

Viele Vorteile
Neben einer hervorragenden Ökobilanz, tiefen gesellschaftlichen Kosten und tiefen Gestehungskosten liefern Windkraftwerke rund zwei Drittel des Stroms im Winterhalbjahr, wenn er dringend gebraucht wird. Zudem verfügt die Region Martigny aufgrund der nahen Stauseen bereits über ein gut ausgebautes Netz, so dass keinerlei Netzausbau nötig war. Zudem ist ein allfälliger Rückbau in der Zukunft sehr einfach möglich.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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40%
(5 Stimmen)
Willi Frischknecht sagte Vor 7 Tagen

Wir haben in der Schweiz 30 Windenergi​eanlagen > 100 kW in Betrieb plus 5 WEA zwischen 10 und 100 kW und 14 WEA mit weniger als 10 kW Leistung , Dt. ca. 28 000 Stück

Das Beispiel DT. zeigt wo die Reise hingeht...

"Man muss sich dazu nur etwa die deutsche Stromproduktion am 24. Januar 2017 um 7 Uhr morgens anschauen. Zu dieser Zeit war die Nachfrage mit 70 Gigawatt (oder 70 000 Megawatt) ziemlich hoch. Zwar haben Windkraft- und Solaranlagen zusammen eine installierte Kapazität von 84 Gigawatt, doch um 7 Uhr (es war noch dunkel) lag die Leistung der Windkraftanlagen nur bei 0,8 Gigawatt, die der Sonne bei null – es wurde aus diesen Quellen somit nur 1% der Nachfrage bedient. Die Deutschen haben für solche Lagen den Begriff «Dunkelflaute» geprägt. Selbst wenn man doppelt oder dreimal so viele Solarpanel und Windräder baut – in Deutschland gibt es bereits 28 000 Windanlagen –, werden die Erneuerbaren zu gewissen Stunden nur einen Bruchteil des Bedarfs decken."


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80%
(5 Stimmen)
Karlos Gutier sagte Vor 7 Tagen

Windkraftwerke zu bauen ist nicht verboten !


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54%
(13 Stimmen)
Franz Krähenbühl parteifrei sagte Vor 8 Tagen

Gut, dass die das machen. Aber was bringt das der übrigen Schweiz?
Besser wäre ein modernes AKW!


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