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Atomausstieg jetzt besiegeln

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Viel zu lange ist die Schweiz bei der Si­cher­heit Kom­pro­misse ein­ge­gan­gen. Damit muss Schluss sein: Wir müs­sen den Aus­stieg aus der Atom­kraft jetzt be­schlies­sen. Das wäre auch für die Wirt­schaft eine Chance.

Sicherheit ist ein hohes Gut. Doch unser Land leistet sich mit seinen Atomkraftwerken eine erhebliche Bedrohung seiner Sicherheit. Das verheerende Unglück von Fukushima hat gezeigt, dass es keine absolut sicheren Atomkraftwerke gibt. Und die deutsche Politik hat gezeigt, dass die atomfreie Energieversorgung möglich ist. Deswegen sollte die Schweiz mit dem Ausstieg aus der Atomkraft auch den Schritt raus aus der Gefahrenzone machen.

Denn die Gefahren sind heute bedrohlicher denn je. Das Kraftwerk Beznau I ist länger am Netz als jede andere Anlage weltweit und hat mit Rissen und Löchern zu kämpfen. Der internationale Terrorismus sucht nach hervorspringenden Anschlagszielen. Und der Wettbewerb auf dem europäischen Energiemarkt um die saubersten, sichersten und effizientesten Erzeuger-Technologien​​ wird zunehmend schärfer.

Sicherheit schafft neue Chancen

Der Ausstieg aus der Atomenergie gibt der Schweiz mehr Sicherheit. Das gilt auch für die Wirtschaft. Ohne verbindliche Ausstiegstermine in einem geordneten Prozess bliebe sie in einem Nebel aus schwankender öffentlicher Meinung, unkalkulierbaren Nachrüstkosten und wackligen politischen Garantien stecken. Mit dem vorgeschlagenen Initiativtext erhält die Energiewirtschaft endlich klare Sicht.

Dadurch geraten ganz neue Geschäftsmodelle ins Blickfeld. Insbesondere viele kleine und mittelständische Unternehmen können sich durch innovative Technologien einen Markt erobern, der heute wenigen grossen Konzernen vorbehalten ist. Und dieser Markt ist in Bewegung. In Deutschland beschäftigen Produzenten erneuerbarer Energie wenige Jahre nach der Energiewende schon 400'000 Menschen. Auf die Schweiz umgerechnet würde das bedeuten, dass hier 40'000 Jobs entstehen könnten.

Ausserdem kann die Wirtschaft von niedrigeren Energiepreisen profitieren. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat ermittelt, dass die Energiekosten der deutschen Industrie heute um fast ein Viertel unter denen von vor sechs Jahren liegen. Immer mehr Öko-Strom hat zu tieferen Kosten beigetragen.

Am 27. November JA zum Atomausstieg

In der Schweiz kommen heute schon zwei Drittel des Stroms aus erneuerbaren Quellen. Der Energieumbau ist also in vollem Gang. Mit der Energiestrategie 2050 hat sich die Schweiz noch weitere Ziele vorgenommen. Mit einem bequemen "Weiter so" sind sie aber nicht zu erreichen. Wir müssen lernen, Strom bewusster zu erzeugen und bewusster zu verbrauchen. Die Initiative für einen geordneten Atomausstieg ist ein fehlender und wichtiger Baustein, weil sie mit konkreten Zeitpunkten hinterlegt, was sonst ein Lippenbekenntnis bleibt. Wir müssen sie deshalb am 27. November 2016 klar annehmen.

 

Diesen Text habe ich auch auf meinem Blog veröffentlicht. Er steht somit unter einer CC BY-ND 4.0 Lizenz.


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