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Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

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Spätestens seit mei­ner Tätig­keit als So­zi­al­päd­ago­gin in der Kin­der- und Ju­gend­psych­ia­trie​ in Kö­nigs­fel­den er­lebe ich die Zu­sam­men­hänge zwi­schen un­se­rem All­tag und der Po­li­tik haut­nah. In jedem Dienst bin ich mit Re­ge­lun­gen und Ent­schei­dun­gen von Ver­si­che­run­gen und der kan­to­na­len Po­li­tik kon­fron­tiert. Dies­be­züg­lich möchte ich gerne auf drei Bei­spiele aus mei­nem Be­rufs­all­tag ein­ge­hen:

1)      Seit diesem Jahr haben die Krankenkassen auch im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie eine neue Urlaubsregelung eingeführt. Bis letztes Jahr verliessen alle Kinder und Jugendliche, deren psychischer Zustand es erlaubte, jeweils am Samstagvormittag die Station und kamen am Sonntagabend wieder zurück. Seit diesem Jahr nun aber dürfen die Kinder und Jugendlichen nur noch maximal 24 Stunden der Klinik fernbleiben. Dies bedeutet einen massiven Einschnitt in die Wochenstruktur unserer Patientinnen und Patienten. Es ist kaum Zeit da, das eigenen Zuhause zu geniessen und das Heimweh wird von Woche zu Woche stärker. Während den wenigen Stunden Zuhause (notabene wird ein Grossteil davon schlafend verbracht) ist es kaum möglich die Skills, welche man unter der Woche geübt hat, um im Alltag mit dem eigenen Störungsbild umgehen zu können, auszuprobieren und für eine Realitätsüberprüfung fehlt schlichtweg die Zeit. Aus meiner Sicht ein Eigentor für die Versicherer. Denn genau die Motivation, welche während den Stunden Zuhause wieder aufgebaut und die Energie, welche Zuhause bei seinen Liebsten getankt werden konnte, fehlt den Patientinnen und Patienten nun immer mehr. Es gibt immer wieder Kinder und Jugendliche, für welche ein fast pausenloser Aufenthalt in der Klinik somit kaum mehr machbar ist. Sie brechen ihren Aufenthalt ab, ohne dabei aber ihre psychische Krankheit in den Griff bekommen zu haben. Oder ihr Aufenthalt verlängert sich, da die Motivation und Energie für den therapeutischen Aufenthalt aufgrund der fehlenden Pausen im Verlauf des Klinikaufenthaltes stark abnimmt. Hier muss die Politik hinschauen, das Gespräch mit den Versicherer suchen und eine patientenorientierte Lösung erarbeiten.

2)      Das Departement für Gesundheit und Soziales des Kanton Aargau hat in diesem Jahr entschieden und per 1. Juni 2020 auch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie durchgesetzt, dass nur noch Pflegefachfrauen & -männer oder Fachangestellte Gesundheit Medikamente richten und abgeben dürfen. Dies stellt unsere Teams, welche zu einer grossen Mehrheit aus Sozialpädagoginnen und -pädagogen besteht, vor eine grosse Herausforderung. Trotz Kontaktaufnahme unserer Klinikleitung mit den Verantwortlichen des Departements, hat sich bisher nichts an dieser Regelung geändert. Ich habe das Gefühl, dass das Departement mit dieser Regelung die Pflege und deren Verantwortungsbereich​ stärken wollte, aber aufgrund der beruflichen Realitäten genau das Gegenteil erreicht hat. Daher ist es wichtig, dass Menschen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich sich politisch engagieren und auch im Departement Gehör erhalten.

3)      Geht es einem Kind im Kanton Aargau moralisch, seelisch, ja psychisch nicht gut, braucht es zuerst eine gewisse Zeit, bis dies vom Umfeld wahrgenommen wird oder sich das Kind/der Jugendliche einer Vertrauensperson anvertraut. Was anschliessend folgt ist oftmals eine längere Odysee. Oftmals wird bspw. ein Jugendarbeiter, eine Schulsozialarbeiterin​, Heilpädagogin oder vielleicht eine Vertrauenslehrperson involviert. Externe Beratungsstellen werden dazu geholt. Wird im Verlauf dieses Prozess festgestellt, dass es sich beim Leiden des betroffenen Kindes um ein psychisches Störungsbild handeln könnte, wird dann oftmals zuerst der Kinder- oder Hausarzt ins Boot geholt. Dieser kann dann den Patienten/die Patientin beim Kinder- & Jugendpsychiater anmelden. Doch dann ist Geduld gefragt. Im Kanton Aargau wartet ein Kind (ausser es ist ein Notfall, in welchem eine Eigen- oder Fremdgefährdung vorliegt) über ein halbes Jahr auf einen Ersttermin bei einer kinder- und jugendpsychiatrischen​ Fachperson. Um die Wartezeit zu überbrücken, respektive endlich Hilfe zu bekommen, werden bspw. alternative Heilpraktiker oder Hömoopathen beigezogen. Können diese auch nicht helfen, verschlimmert sich der Zustand der Kinder und Jugendlichen meist. Oft kommen weitere Störungsbilder (oftmals Angststörungen) dazu oder der Krankheitsverlauf chronifiziert sich.

Die psychische Gesundheit eines Kindes ist eines der Grundpfeiler für eine lebenswerte Zukunft. Daher ist es zwingend notwendig, bei psychischem Leiden zeitnah und professionell Hilfe zu erhalten. Im Kanton Aargau ist dies zurzeit nicht der Fall. Es braucht dringend mehr Fachpersonal und entsprechende finanzielle Ressourcen.

Meine drei Beispiele sollten euch zeigen, für was ich mich unter anderem auf politischer Ebene engagieren möchte und im Herbst für den Grossen Rat kandidieren. Ich freue mich über jede einzelne Stimme, welche mich und meine Anliegen unterstützt!


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