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Wirtschaftslage 2019 und was die Handelspolitik der USA für die Schweiz bedeutet

Die wirtschaftspolitischen Unsicherheiten haben weltweit zugenommen. Grund hierfür sind Entwicklungen wie der Brexit und der Handelsstreit zwischen den USA und China. Dies hat bereits in der zweiten Jahreshälfte 2018 zu einem Rückgang des Wachstums der Weltwirtschaft geführt.

Aktuelle Wirtschaftslage in der Schweiz

Die am weitest verbreitete Methode zur Messung der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und dessen Wachstum innerhalb eines Jahres. Das BIP setzt sich aus Konsum, Investitionen und Nettoexport zusammen.

Trotz des sinkenden Wachstums der Weltwirtschaft ergibt sich in der Schweiz für das Gesamtjahr 2018 ein BIP-Wachstum von 2.5 %, während das BIP im Jahr 2017 um 1.6% gewachsen war. Das Jahr 2018 hatte mit einer starken Wirtschaftsentwicklung begonnen. In der zweiten Jahreshälfte erlebte das Wirtschaftswachstum jedoch auch in der Schweiz einen Rückgang.



Tabelle 1: Wachstum des BIP 2018 (Quelle: ETH KOF)

Konsum

Der Konsum setzt sich aus privatem und staatlichem Konsum zusammen und macht etwas mehr als die Hälfte des BIP aus. Der Privatkonsum umfasst alles, was private Haushalte konsumieren. Beim Staatskonsum handelt es sich um Ausgaben der Verwaltung und des Bundes, beispielsweise die Strassenfinanzierung oder den Bau von Schulhäusern.

Der private Konsum stieg 2018 um 1.0 %. Sein Wachstum ist tiefer als in den zwei Vorjahren. Dies lässt sich zum Teil mit den Unsicherheiten bezüglich zukünftiger Abgasgrenzwerten und der Zulassung von Dieselfahrzeugen erklären: 2018 wurden weniger Neuwagen gekauft, als im Vorjahr. Zum anderen sind die Konsumenten unsicherer bezüglich ihrer zukünftigen finanziellen Lage.

Auch der staatliche Konsum ist um 1.0 % gewachsen.

Investitionen

Investitionen setzen sich aus Bau- und Ausrüstungsinvestitionen zusammen und machen etwa 24.4 % des BIP aus. Insgesamt stiegen die Bruttoinvestitionen um 1.8 %. Im Vergleich zum Jahr 2017 (3.0 %) ist dies ein kleineres Wachstum.

Die Ausrüstungsinvestitionen nahmen 2018 um 2.4 % zu. Das bedeutet eine Abnahme des Wachstums der Ausrüstungsinvestitionen gegenüber 2017 (3.8 %). Besonders die Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung sind gegen Ende 2018 zurückgegangen.

Das Baugewerbe bekommt die abgekühlte Wirtschaft zu spüren: Die Investitionen in Bauten wuchsen 2018 bloss um 0.7 %. Zum Vergleich: 2017 wuchsen die Bauinvestitionen um 1.9 %. Die Bauinvestitionen umfassen alles, was für Neu-, Um- und Erweiterungsbauten ausgegeben wird. Die Herausforderungen im Bausektor bleiben, obwohl die Investition in Immobilien aufgrund der tiefen Zinsen nach wie vor attraktiv wäre.

Nettoexporte

Die Nettoexporte hatten 2018 einen Umfang von 14 % des BIP. Der Aussenhandel war durch die Zollpolitik der USA und den sich daraus ergebenden Handelsstreit mit China (mehr dazu unten) geprägt. Insgesamt stieg der Export um 3.4 %. Somit wuchs der Export im letzten Jahr noch etwas stärker als 2017 (2.2 %). Grund hierfür waren die starke Auslandkonjunktur sowie die Abwertung des Schweizer Frankens seit Mitte 2017, welche einen positiven Einfluss auf den Aussenhandel ausübten. Die wichtigsten Exportprodukte der Schweiz bleiben weiterhin chemische und pharmazeutische Produkte. Deren Export wuchs 2018 und machte 42 % der gesamten Warenexporte der Schweiz aus.

Steigende Importe weisen tendenziell auf eine gute Inlandkonjunktur hin. Allerdings wuchsen die Importe 2018 bloss um 1 %. Dies liegt an der Abnahme des Imports von Dienstleistungen um 6.4 %. Die Warenimporte dagegen sind um 5.0 % gewachsen. Die Handelsbilanz zeigt Importe im Umfang von 273 und Exporte von 303 Milliarden Franken. Der Saldo hat mit rund 30 Milliarden Franken im Vergleich zum Vorjahr um 4 % zugenommen.

Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote lag im Jahresmittel 2018 bei 2.6 %. Dies bedeutet eine Reduktion der Arbeitslosigkeit um 0.6 Prozentpunkte gegenüber dem Jahr 2017. Diese Zunahme der Beschäftigung ist vor allem auf die erste Jahreshälfte von 2018 zurückzuführen. In der zweiten Hälfte wuchs die Beschäftigung nur noch wenig.

Prognose für 2019

Schweiz

Für das Jahr 2019 prognostiziert die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich ein BIP-Wachstum von 1.3 %. Verglichen zum letzten Jahr wäre das ein Rückgang des Wachstums um über ein Prozent. Zurückzuführen sind diese pessimistischen Aussichten auf die Unsicherheiten in der Weltwirtschaft. Dementsprechend werden andere Volkswirtschaften (andere Länder) weniger Güter nachfragen. Die Nettoexporte werden hierzulande dieses Jahr dementsprechend weniger stark wachsen. Für die Schweiz als Exportland hat dies auch Konsequenzen im Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit sollte 2019 zwar nicht steigen, aber die Beschäftigung wird nicht gross zunehmen. Dies wiederum wirkt sich auf den Konsum aus. Auch der Index der Konsumentenstimmung des SECO widerspiegelt das. Der Index lässt eine leichte Abnahme der Konsumentenstimmung im ersten Quartal dieses Jahrs vernehmen, verglichen zum ersten Quartal des letzten Jahres.

Europa

Die europäische Wirtschaft wird in den nächsten Jahren wohl etwas langsamer wachsen. Die Investitionstätigkeiten im

Euroraum haben im letzten Jahr nachgelassen. Grund hierfür könnten die unattraktiven Aussichten auf den Export sein. Die Nachfrage nach Gütern aus dem Euroraum sinkt im Ausland und eine Verbesserung dieser Situation wird nicht erwartet. Auch der Handel zwischen den Ländern im Euroraum ist zurückgegangen. Dies hat damit zu tun, dass die Güterproduktion oft auf mehrere EU-Länder aufgeteilt ist.

Die Inflation im Euroraum wird weiterhin tief bleiben. Dementsprechend wird auch die Europäische Zentralbank die Zinsen tief halten.

USA

Nach einem wirtschaftlich starken Start ins Jahr 2019 wird sich das Wachstum der US-Wirtschaft im Verlauf des Jahres wohl verlangsamen. Die schwächelnde Weltwirtschaft könnte die Vereinigten Staaten von Amerika besonders stark treffen. 2018 erfuhren die USA zwar noch ein starkes Wachstum von 2.9 %, schon 2020 soll dieses jedoch deutlich unter 2 % sinken. Grund hierfür sind neben den schlechten Aussichten im Aussenhandel auch die offensive Handelspolitik des Landes.

China

Nach Jahren der starken Wirtschaftsentwicklung zeichnet sich in China nun eine Abschwächung des Wachstums ab. Grund hierfür sind hauptsächlich die Handelsspannungen mit den USA. Doch auch die staatliche und private Verschuldung sind seit der Finanzkrise stark gestiegen. Sowohl die privaten Investitionen wie auch der Konsum werden daher in nächster Zeit weniger wachsen. Auf eine längere Sicht wird das Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft aber stabil bleiben. Hierfür spricht auch das stetig zunehmende Einkommen der Bürger Chinas.

Zollpolitik der USA und was sie für die Schweiz bedeutet

Bereits in seinem Wahlkampf war die Erhöhung von Einfuhrzöllen auf ausländische Produkte fester Bestandteil von Donald Trumps Programm. Nach seiner Vereidigung machte sich der aktuelle Präsident der USA daran, diese Zölle auch tatsächlich anzuheben. Zuerst die Einfuhrzölle auf Waschmaschinen und Solarmodule, später auf Stahl und Aluminium. Dies, um die einheimischen Produzenten gegen Tiefpreisimporte aus dem Ausland zu schützen. Als die USA die Zölle explizit für die Einfuhr chinesischer Waren erhöhte, reagierte China mit entsprechenden Zöllen auf US-Produkte. Mit stets neuen Zollerhöhungen und Gegenmassnahmen schaukelten sich China und die USA hoch. Anfangs Mai 2019 erhöhte die USA die Einfuhrzölle auf chinesische Waren auf 25 Prozent, obwohl sich die beiden Länder inmitten von Verhandlungen betreffend diese Streitigkeit befanden. China antwortete mit einer Erhöhung der Einfuhrzölle auf US-Waren auf ebenfalls 25 Prozent.

Die Handelspolitik der USA bedroht den Schweizer Export auf zwei verschiedene Weisen. Auf der einen Seite stehen die protektionistischen Massnahmen der USA, welche den Export der Schweiz direkt bedroht. Hiergegen könnte ein Freihandelsabkommen mit den USA Abhilfe verschaffen. Auf der anderen Seite steht der Handelskonflikt der USA und China. Dieser bedroht den Schweizer Export indirekt über Mechanismen des Welthandels:

Mit einem BIP der USA von über 20 Billionen US-Dollar und einem BIP von über 13 Billionen US-Dollar Chinas im Jahr 2018 gelten die beiden Länder als die grössten Volkswirtschaften der Welt. Damit sind sie auch sehr grosse und wichtige Nachfrager von Produkten aus anderen Ländern. Sie sind für die Weltwirtschat also zentrale Akteure. Die Handelsströme zwischen diesen beiden Volkswirtschaften sind beachtlich: Die USA importierten 2018 Waren im Wert von 539 Milliarden US-Dollar aus China. China wiederum importierte Waren im Wert von 120 Milliarden US-Dollar aus den USA. Der intakte Import und Export zwischen den beiden Ländern stellt somit einen erheblichen Faktor für den Erfolg der beiden Volkswirtschaften dar. Bei einer Störung des Handels zwischen den USA und China kann es also zu grossen Wachstumseinbussen auf beiden Seiten kommen. Sollte das Wirtschaftswachstum von China oder der USA wegen des Handelsstreits zurückgehen, so würde auch die Nachfrage in diesen zwei riesigen Volkswirtschaften abnehmen. Länder, die viele Produkte in die USA und nach China liefern, hätten dann mit zurückgehenden Exportzahlen zu kämpfen. Somit würde auch in solchen Ländern die Wirtschaft ausgebremst. Zu diesen Ländern gehört beispielsweise Deutschland. China ist der grösster Handelspartner Deutschlands. Eine abnehmende Nachfrage aus China würde sich stark auf den Export Deutschlands auswirken. Diese Entwicklung würde in Deutschland wiederum zu einer sinkenden Nachfrage führen. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Schweiz. Die Exporte nach Deutschland hatten im letzten Jahr einen Umfang von 46 Milliarden Franken. Eine Verschlechterung der Wirtschaftslage in Deutschland würde die Schweiz also stark treffen. An zweiter und dritter Stelle der Handelspartner der Schweiz folgen die USA (Exporte über CHF 40 Mia.) und China (Exporte über CHF 30 Mia.). Für die Schweiz als Exportland wäre eine weitere Eskalation des Handelskrieges demnach sehr nachteilig.

Erschwerend hinzu kommt, dass sich China Export-Alternativen suchen wird. Hierzu gehören unter anderem die EU. Diese möchte ihre eigenen Produzenten aber schützen und unternimmt entsprechende Massnahmen. Diese Massnahmen treffen aber auch andere nicht-EU-Staaten wie die Schweiz. Somit würde auch der Schweizer Export in die EU bedroht.

Die Aktienkurse von besonders betroffenen Unternehmen in der Schweiz sanken 2018 entsprechend den Aussichten auf einen weiter eskalierenden Handelsstreit. Dies zeigt, dass die Schweizer Wirtschaft den Handelsstreit zwischen China und den USA als ernstzunehmende Gefahr wahrnimmt.


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Einfach erklärt

Protektionistische Massnahmen

Das la­tei­ni­sche Wort «pro­tec­tio» be­deu­tet Schutz. Unter dem Be­griff der pro­tek­tio­nis­ti­schen Mass­nah­men ver­steht man Vor­keh­run­gen zum Schutz der in­län­di­schen Wirt­schaft. Durch das Ein­führen von hohen Zöl­len und Ein­fuhr­be­schrän­kun­gen wer­den aus­län­di­sche Pro­dukte teu­rer ge­macht im Ver­gleich zu den in­län­di­schen. Die­ses aus­sen­han­dels­po­li­ti­sche Vor­ge­hen wird auch Pro­tek­tio­nis­mus ge­nannt.

Commentaires sur cet article

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Jean-Pierre James Elsener sagte November 2019

Exporte aus der Schweiz in die EU sind durch das Freihandelsabkommen von 1972 und die bilateralen Verträge geregelt. Diese bauen auf dem Freihandelsabkommen auf.

Diese Abkommen decken etwa 96% aller Exporte ab.

Von einer Gefährdung zu sprechen, scheint mir doch stark übertrieben.


Mit​ freundlichem Gruss

James Elsener


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