Giorgio Plaz

Giorgio Plaz
Giorgio Plaz
Wohnort: Zürich
Beruf: dipl.phys
Jahrgang: -




Dafür setze ich mich ein

In einem Wirtschaftssystem, das erfolgreich sein soll, müssen alle Menschen beteiligt werden. Alles was von einer Wirtschaft produziert wird, muss am Ende von Menschen gekauft werden. Dies geht nur, wenn die Leute auch das notwendige Geld haben, um die von der Wirtschaft produzierten Güter und Dienstleistungen zu kaufen. (In Anlehnung an Heiner Flassbeck)

Jeder Mensch, der auf unserem Planeten geboren wird, hat ein Recht auf ein anständiges Leben. Das durchzusetzen ist Aufgabe einer modernen Gesellschaft. (In Anlehnung an John Rawls)





Meine politischen Ämter und Engagements




Hobbies / Interessen

Politische Philosophie der Aufklärung, Heterodoxe Makroökonomie, Banken und Geldsystem



Meine neusten Kommentare

Vor einem Tag Kommentar zu
Die AHV als bedingtes Grundeinkommen
Im Grossen und Ganzen einverstanden, Georg.

Allerdings:​
>> Als Kapital bezeichnet die moderne Ökonomielehre nur die Produktionsmittel und nicht das Geld!

Das ist mir egal. Ich zähle vor allem in hochfinanzialisierten​ Gebieten und dem heutigen Geldspielemarkt das Geld ebenfalls zum Kapital.

Meine (funktionale) Definition von Kapitalisten ist hier:
http://www.pol​itnetz.ch/artikel/232​45-papst-franziskus-u​nd-die-wirtschaft/kom​mentar/409161
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Vor einem Tag Kommentar zu
Die AHV als bedingtes Grundeinkommen
Lietars Argument in die Sprache der mathematischen Logik übersetzt:

Widerst​andskraft und Effizienz sind antagonistische Grössen, die man nicht gleichzeitig beide maximieren kann.

Ggf kann man Widerstandskraft auch mit Anpassungsfähigkeit (auf sich rasch veränderte äussere Einflüsse) ersetzen. Je höher die Effizienz, desto kleiner die Anpassungsfähigkeit.


Die Natur machts eigentlich vor:
Erfolgreiche Spezies sind geradeso weit anpassungsfähig, wie nötig PLUS einem kleinen Sicherheits-Bonus.
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Vor einem Tag Kommentar zu
Die AHV als bedingtes Grundeinkommen
Ich finde die Betrachtungen im letzten Teil gut.

Widerstandsfä​higkeit VERSUS Effizienz.

Die Sache kann man allgemeiner auch auf andere Bereiche ausdehnen.
Auch die Tätigkeiten in der Wirtschaft streben immer mehr nur nach Effizienz und haben den Bereich, indem sie langfristig nützlich ("resistent", "überlebensfähig") sind, vielleicht schon etwas verlassen.

Ein Argument von Herrn Lietaer ist klar: Mehrere lokale Währungen, die unterschiedlich konzipiert sind, führen wieder zu einem resistenteren System, das weniger effizient ist.

Wir sehen leider oft NUR die Effizienz und vernachlässigen vielleicht andere Eigenschaften, die ebenso wichtig sind.
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Vor einem Tag Kommentar zu
Die AHV als bedingtes Grundeinkommen
Dazu ein wenig Smalltalk (Sonntagsgeschwätz aus dem Stegreif) von mir. Zwei Geschichtlein von früher:

1. David Riccardo (lebte um 1800 in London)

ist zu seiner Zeit mal dafür eingetreten, etwas zu tun, das man heute "trickle down" nennen könnte:
Seine Gesellschaft bestand im Wesentlichen aus:
1. Lords und Landlords, die reich an Einfluss und Land, das sie unter anderem verpachteten, waren.
2. Kapitalisten, die Geld dazu benutzten, es zu investieren.
3. Arbeitern
Er trat dafür ein, die Löhne der Arbeiter niedriger zu machen, aber ohne die "Renten" der Landlords zu erhöhen, sondern den Kapitalisten mehr Geld zur Verfügung zu lassen, damit sie es investieren können und damit neue Fabriken bauen können.
Die Strategie scheint damals teilweise Erfolg gehabt zu haben, aber auch nur, weil
a) die Kapitalisten das Geld auch wirklich für Investitionen benutzt haben
b) der Transfer von Kapital von den Arbeitern zu den Kapitalisten wohl durch gleichzeitiges "Gelddrucken", also Erhöhung der Geldmenge, genügend erhöht worden ist, dass es nicht für die Arbeiter zu knapp wurde.

Vergleich zu heute: Wir hatten einen ähnlichen Transfer von Reichtum, aber dieses Mal an sehr wenige Personen, die heute mehr Geld (Eigenkapital) besitzen, als jemals zuvor. Gleichzeitig ist aber die Investitionstätigkeit​ in Europa oder den USA tiefer als vorher.
( Inequality )

Quelle für das Geschichtlein:
Steve​ Keen - The key logical fallacy in the case for free trade
https://www.yo​utube.com/watch?v=iGl​Ew63HSvs


2. Ludwig von Mises (aus dem Jahr 1912)

Über ihn existiert eine PDF Datei eines Werkes aus dem Jahre 1912, das man in Google durch Eingabe von Ludwig von
Mises_TheorieDesGel​desUndDerUmlaufmittel​.pdf
finden kann. Sie enthält seine Sicht über das Bankenwesen aus dem 19. Jahrhundert unter dem Goldstandard. Eine kleine Passage (gegen Schluss) ist mir aufgefallen:
Mises meine, dass die Bankiers von damals anscheinend nie Probleme damit hatten, Geld für ihre Kredite an private Unternehmungen aufzutreiben, obwohl doch eigentlich die Geldmenge durch physisch existierendes Gold hätte begrenzt sein müssen.

Um es klar und einfach zu sagen: Meine Einschätzung ist, dass ihm klar war, dass die Sache mit dem Gold schon damals eine Illusion war: Die Bankiers von damals waren an einer erfolgreichen Industrie interessiert, nicht zuletzt, weil sie ja auch in Form der Zinsen davon ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten. Also wurde schon damals auch Geld erzeugt, für welches eigentlich kein physisches Gold vorhanden war. Es war ja kaum nachzuprüfen. Die Geschichte wiederholte sich (ca. 1970) als die Amerikaner die Golddeckung des US Dollars fallenliesen, weil einige grössere Volkswirtschaften auf dem Tausch ihrer Dollars in Gold bestanden und die erforderliche Menge an Gold schon lange nicht mehr existierte. Die Geldmenge an US Dollars, die damals laufend erhöht worden ist, hat erst dazu geführt, dass Europa wieder zur WIrtschaftsmacht aufsteigen konnte.

Video zu dieser Story (aus Sicht auf die Bank-Bilanzen):
Perr​y Mehrling How Bretton-Woods Fell Apart
https://www.yo​utube.com/watch?v=Ydo​-vr9XlIQ

Mein Fazit daraus:
Das heutige Fiat-Money System ist eigentlich das ehrlichste und leistungsfähigste Geldsystem, das es gibt. Allerdings verhalten sich viele Leute auch heute noch immer so, wie wenn wir einen Goldstandard hätten und schauen Geld als Mass für Reichtum an. Reichtum der von allen begehrt wird und deshalb knapp ist.
Diese Sicht stimmt schon lange Zeit nicht mehr mit der Wirklichkeit überein.

Die Wirklichkeit ist, dass Geld in einem Fiat System, das wir heute haben, beliebig erzeugbar und vernichtbar ist. Die Frage ist, was die Kriterien dazu sein sollen.
Schaut man Geld als Mittel zum Zweck an und fordert, dass der Zweck sein soll, dass es den Menschen gut gehen solle und niemand unterdrückt werden soll, könnten wir Existenzkämpfe und Armut jederzeit beenden.

Allerding​s ist die Ökonomie und die Politik weiterhin gefordert, das Geld auch zu diesem Zweck einzusetzen. Das Unternehmertum ist genauso gefordert, das Geld zu diesem Zweck zu verwenden: Stellen Sie sich ein Land ohne Industrie vor. Rein durch die Erzeugung von Geld erhalten Sie noch lange keine leistungsstarke Industrie und auch keine technische und gesellschaftliche Entwicklung. Es gehört noch wesentlich mehr dazu.
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Vor 2 Tagen Kommentar zu
Die AHV als bedingtes Grundeinkommen
>> Mit dem Import wird doch kein Geld vernichtet! Die Landeswährung bleibt im Land! Es wird mit einem Devisengeschäft umgesetzt! Ausländische Währung wird gekauft, die Währungen verbleiben in den Ländern!

Stimmt.
​Gut, Devisen sind Dein Spezialgebiet, nicht meines :-)
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Vor 2 Tagen Kommentar zu
Die AHV als bedingtes Grundeinkommen
>> Du meinst wohl, Ersparnisse (..) entstehe ohne vorgängige Geldmengenerhöhung?

Ersparnisse und Gewinne (als Summe über die ganze Volkswirtschaft) werden erst durch eine vorgängige Geldmengenerhöhung ermöglicht.

Wir zwei stimmen da nach wie vor überein.

Man sollte auch die andere Seite erwähnen, auch wenn sie in der heutigen Wirtschaftslage KEINE Rolle spielt:
Bei starker (endogener) nachfragegetriebener Inflation (durch zuviel Geld in den Händen der Bürger und Bürgerinnen, das nach einem starken Rückgang der Produktion zuwenigen Gütern und Dienstleistungen hinterherjagt) müsste dem Privatsektor Kapital entzogen werden, um die Inflation zu begrenzen (GB: Kredite zurückfahren, Staat: Ausgaben < Steuern)
Die Problematik haben wir heute natürlich nicht.
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Vor 2 Tagen Kommentar zu
Die Volkskultur wird zur Verliererin
Hier ein Vimentis Artikel vom November letzten Jahres, der zu meiner Sicht passt:

https://www​.vimentis.ch/d/dialog​/readarticle/das-fehl​konstrukt-no-billag-w​ird-am-4-maerz-2018-z​um-rohrk/
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Vor 2 Tagen Kommentar zu
Die Volkskultur wird zur Verliererin
Herr Frischknecht,

Es ist meine Einschätzung aus Betrachtungen der privatwirtschaftliche​n Entwicklungen der Medien in den USA und in der EU.

Ich verstehe nicht ganz, was das mit links/rechts überhaupt zu tun hat, man muss sich die marktwirtschaftlichen​ Entwicklungen um uns herum anschauen.
Es geht um WIRTSCHAFT und die Einflussnahme der Wirtschaft auf die Politik.

Die No-Billag Initiative ist ja nicht konservativ, sondern gibt den CH Medienmarkt ungeschützt jedem privaten Investor mit genug Kapital aus dem Ausland preis.

Wer heutzutage konservativ oder gar ein Patriot sein will und bestehende Werte beschützen will, muss wissen, was um uns herum in der Wirtschaft passiert. Wir leben nicht mehr im frühen 20. Jahrhundert.
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Vor 2 Tagen Kommentar zu
Die AHV als bedingtes Grundeinkommen
Stark vereinfacht:
Man kann Kapital, das aus der Zirkulation weggeht, als Loch sehen:
Kapital, das nicht ausgegeben wird ("gespart" oder in eine andere Volkswirtschaft transferiert), Steuern, Abfluss ans Ausland.
Stellen, an denen neues Kapital wieder in die Zirkulation reinkommt:
Kreditver​gaben durch GB, Staatsausgaben, Zufluss vom Ausland.

>> Der Rückfluss beinhalt nicht den ganzen Zufluss!
ist eine ähnliche Aussage. Die Differenz geht ja irgendwo hin..

Beispiel nur für den Staat (via Reserven der Zentralbank):
Ein Staat, der einen Überschuss erzielt (d.h. weniger Ausgaben in den Privatsektor macht, als er in Form von Steuern zurückfordert, entzieht der Wirtschaft des Privatsektors Kapital).

Ein Staat, der ein "Defizit" macht (d.h. mehr Ausgaben in den Privatsektor macht, als er in Form von Steuern zurückfordert, führt der Wirtschaft des Privatsektors zusätzliches Kapital zu)

Die Geschäftsbanken können das natürlich auch tun.
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Vor 2 Tagen Kommentar zu
Die AHV als bedingtes Grundeinkommen
Ok, mit Deinem Erklärungsansatz bin ich einverstanden.

Man​ könnte ihn jetzt ausbauen:
Der Geldkreislauf hat Löcher, aus dem Kapital langfristig entnommen wird und er hat Stellen, wo Kapital wieder hinzugefügt werden kann.
GB und/oder die ZB in Alleinregie oder vermöge Staat.
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