Hans-Peter Gygax

Hans-Peter Gygax
Hans-Peter Gygax
Wohnort:
Beruf:
Jahrgang: -








Meine politischen Ämter und Engagements






Meine neusten Kommentare

May 2016 Kommentar zu
Staatlich subventioniertes Nichtstun
Herr Schweizer,

über die Details der BGE-Initiative bin ich wahrscheinlich ungenügend informiert, es gibt aber da diesen (Gummi-)Paragraphen über der "Einheit der Materie" - der würde wohl verhindern, dass die Finanzierung im gleichen Text geregelt werden kann.

Die Abneigungen gegen das Giesskannenprinzip kann ich nachvollziehen. Ich bin wie gesagt dagegen, dass das Einkommen völlig bedingungslos wäre, und würde es zum einen nur schweizer BürgerInnen zukommen lassen. Ausserdem würde ich es auch benutzen, um das Problem der Überbevölkerung anzugehen: kein BGE für Kinder - wer Kinder in die Welt setzen will, soll dies nur dann tun, wenn er deren Existenz selbst sichern kann.

Bezüglich dem Argument "Zahlungen fürs Nichtstun" werden wir uns wohl nicht einigen können. Ich habe Verständnis dafür, wenn hart arbeitende Menschen es nicht gerne sehen, dass die "Faulenzer" plötzlich ohne den Finger zu rühren die dolce Vita geniessen können.

An dieser Stelle aber gilt es, mit althergebrachten Vorstellungen aufzuräumen. Es muss erkannt werden, dass 50% der Arbeit, die in diesem und anderen westlichen Ländern verrichtet wird - oder mehr ! - nichts als unnützen Kram produziert oder auf hirn- und trostlose Papierlischieberei hinausläuft. Ja, es gibt sie noch, die echte und nützliche Arbeit, es gibt sogar viel davon; aber eben, und das ist der springende Punkt, nicht mehr genug für alle, und die Tendenz ist abnehmend. Roboter sind dabei nur einer der Faktoren.

Es ist schon komisch. Wir haben über Jahrhunderte den technischen Fortschritt vorangetrieben, um unser Leben mit Maschinen zu erleichtern, und das ist uns im Prinzip auch gelungen. Nur scheinen wir dieses leichtere Leben, jetzt da wir es erreicht haben, irgendwie nicht mehr zu wollen ?
-
May 2016 Kommentar zu
Staatlich subventioniertes Nichtstun
Herr Schweizer,

Ihre Idee von der Besteuerung von wertschöpfenden Gerätschaften ist nicht uninteressant, wenn ich auch nicht verstehe, wieso der gleiche Zweck nicht einfacher über die Mehrwertsteuer erfüllt werden könnte. Würde eine Besteuerung von Gerätschaften nicht auf eine Bestrafung der Innovation hinauslaufen?

Aber​ egal wie genau die Steuer erhoben würde, das Geld muss letztendlich an die Bürger weitergegeben werden. Es gibt hier keinen Widerspruch zum BGE, im Gegenteil: das BGE wäre der natürlichste und einfachste Weg dazu.
-
April 2016 Kommentar zu
Staatlich subventioniertes Nichtstun
Herr Schweizer,

wahrsch​einlich gäbe es grundsätzlich viele Möglichkeiten sicherzustellen, dass die Bürger im Geldkreislauf verbleiben, nachdem jetzt die Arbeit - also zumindest die früher übliche "Maloche", hochqualifizierte Arbeit natürlich ausgenommen - als echte Einkommensquelle ausgefallen ist. Das bedingunglose Grundeinkommen wäre durchaus eine dieser Möglichkeiten - nur eben dürfen wir die Überbevölkerung nicht länger ignorieren, und vor allem nicht fördern.

Eine Idee, die mir persönlich gut gefällt, ist die vom "Bodeneigentum für alle" (der offizielle Name ist mir entfallen), wobei "alle" hier auf eingetragene Schweizer/Innen begrenzt werden muss. Die Menge, die auf jeden Bürger entfällt, würde am Anfang natürlich bei weitem nicht reichen, um genügend Einkommen zu erwirtschaften. Aber das nach meiner Meinung genau die Definition von "Überbevölkerung": wenn ein Land seine Bewohner nicht mehr tragen kann; und dieses Problem muss endlich anerkannt und gelöst werden.

Leider scheinen Politiker der Meinung zu sein - ich erinnere mich z.B. an ein Interview mit Frau Sommaruga vor der Ecopop-Initiative -, dass dieses Problem "einmal in der Zukunft" auftauchen wird, wo es dann selbstverständlich auch gelöst wird...
-
April 2016 Kommentar zu
Staatlich subventioniertes Nichtstun
Danke! Hoffen wir, dass diese wichtige Diskussion trotz der klaren Ablehnung weitergeführt wird.
-
April 2016 Kommentar zu
Staatlich subventioniertes Nichtstun
Frau Steinemann,

wenn man die Frage auf "Ja oder Nein zur BGE ?" reduziert, muss ich Ihnen zustimmen. In der jetzigen Form muss ich diese Initiative eindeutig ablehnen.

Im Kern aber beweisen die Initianten der BGE, dass sie über weit mehr Weitblick verfügen und eine klarere Sicht der Dinge haben als die meisten Bürger und Politiker. Mehr als hundert Jahre sind seit der industriellen Revolution vergangen, und trotzdem hält sich bis heute hartnäckig die Vorstellung, dass persönlicher Wohlstand nur durch harte Arbeit erreicht werden kann, mit deutlich mehr als dem wöchentlichen Büezer-Minimum von 5 x 8.4 Stunden (Arbeitsweg nicht eingerechnet).

Hunderttausende Arbeitslose schreiben Monat für Monat ihre vorgeschriebenen X völlig chancenlosen Arbeitsgesuche, welche von der HR-Abteilungen der angeschriebenen Firmen gewissenhaft angeschaut und dann weggeworfen werden. In jedem Haushalt klingelt täglich das Telefon, weil uns ein Versicherungsanbieter​ dazu überreden will, "die Prämien zu optimieren". Der Briefkasten quillt über mit Werbematerial, dass keiner anschaut. Jedes zweite Wochenende wird zu einem bisher unbekannten Anlass die Verkaufsmeile mit Verkaufsständen angereichert, damit auch diese Leute noch eine Chance haben, sich mit unnützem Tand einen Lebensunterhalt zusammenzukratzen.


Sie machen sich lustig, Frau Steinemann, über die Vorstellung, dass wir in Sklaverei leben. Tatsache aber ist: für allzu viele von uns ist das die bittere Realität. Wir arbeiten um der Arbeit willen, in einem Hamsterrad ohne Sinn und Verstand. Wir sehen es nur deshalb nicht, weil wir darin aufgewachsen sind oder, für die älteren unter uns, schleichend hineingeschlittert sind.

Die BGE ist keine Lösung, weil sie die Realität der Überbevölkerung ignoriert und deshalb diejenigen belohnen würde, welche hemmungslos weitere Kinder in eine überlastete Welt setzen - von Schleppern und anderen Kriminellen ganz zu schweigen.

Trotzde​m haben die Initianten in einem wichtigen Punkt absolut recht: die Arbeit als Grundlage für das tägliche Brot ist hinfällig. Sie ist seit Jahrzenten nur noch eine Illusion, die mit hunderten von Krücken aufrechterhalten wird.
-