Hans Herbst

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May 2011 Kommentar zu
Das Ende des Schweizer Mittelstandes
Es ist schon wahr, dass der Mittelstand ausblutet. Aber es ist unanständig, diese Tatsache populistisch auszunutzen und mit allen möglichen Randthemen in Verbindung zu bringen. Die hohen Preise und Mieten in manchen Regionen haben überhaupt nichts mit der Personenfreizügigkeit​ zu tun, sondern damit, dass immer mehr inländische wie ausländische Superreiche beliebige Privilegien bekommen. Die attraktivsten Seeufer, die schönsten Berghänge sind verbaut mit den Villen der Reichen und Superreichen. Und wer vorbeigeht wird feststellen, dass die Läden meistens zugesperrt sind: Verbaute Landschaft, die nicht genutzt wird und der Bevölkerung keinerlei Einkommen bringt.
Wer über den verarmenden Mittelstand schreibt, muss sagen, wen er damit meint. Man kann sich immer Zielgruppen heraussuchen, die sich politisch instrumentalisieren lassen. Was ist mit den Handwerkern, den selbständigen Kleinbetrieben? Wer tut etwas für diese? Gewisse Parteien tun so, als bestünde die Schweiz nur aus Bauern, Banken und Grossunternehmen. Und dann beklagen sie den verarmenden Mittelstand. Wer einmal hinter die Kulissen schaut, weiss, dass die Grossunternehmen nicht viel effektiver als die öffentlichen Einrichtungen: Leerlauf, demotivierte Mitarbeiter, permanente Reorganisation, Mittelverschwendung im grossen Stile, vordergründige Prozessorganisation mit beliebigen Spielwiesen für die mittleren Kader. Ein KMU kann sich das nicht einmal im Ansatz leisten.
Ich gebe Herrn Reimann insofern Recht, als dass wir unsere öffentliche Steuerverschwendung in den Griff bekommen müssen, insbesondere auch im Gesundheitswesen. Aber ebenso wichtig wäre es, die Grossunternehmen in die Pflicht zu nehmen. Bei so viel innerer Verschwendung ist viel Spielraum für verstärkte öffentliche Beiträge. Oder anders gesagt: auch in unseren Grossunternehmen versickern Milliarden aus dem Wirtschaftskreislauf,​ die dann dem schlecht bezahlten Mittelstand fehlen.
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