Lexikon: Bretton Woods

Bretton Woods ist ein Vertrag, der die Währungsbeziehungen zwischen den Nationen zwischen 1944 und 1973 geregelt hat. Zudem schuf er den Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie die Weltbank.
Der Name des Vertrags kommt von einem Ort in der Nähe von Washington, an dem sich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs die späteren Siegermächte trafen und diesen Vertrag schlossen.
Das Bretton-Woods-System führte fixe Wechselkurse ein und funktionierte wie folgt:
  • Jeder Mitgliedsstaat definierte seine Währung in US-Dollar oder Gold und der US-Dollar wurde selbst auch in Gold definiert. So hätte z.B. Folgendes gelten können:
    1CHF = 0,5 Gramm Gold
    und
    1$ = 1 Gramm Gold,
    woraus sich der fixe Wechselkurs zwischen dem Franken und dem US-Dollar von 2 CHF pro $ ergibt. Natürlich waren so auch alle anderen Wechselkurse fixiert, wie z.B. der Wechselkurs Franken/D-Mark.

  • Alle Mitgliedsstaaten waren verpflichtet, die Wechselkursschwankungen in engen Grenzen zu halten, indem ihre Zentralbanken ihre Währungen bei Abwertungsdruck stützen und bei Aufwertungsdruck schwächen mussten. Wäre z.B. ausgehend vom obigen Berechnungsbeispiel der Wechselkurs Franken/US-Dollar auf 3 CHF/$ gestiegen, wäre der Franken unterbewertet gewesen und die Nationalbank hätte Dollarreserven gegen Franken verkaufen müssen, wodurch die Nachfrage nach Franken sich erhöht hätte, was eine Aufwertung des Frankens zur Folge hat. Umgekehrt, wenn der Kurs auf 1 CHF/$ gesunken wäre (der Franken ist dann überbewertet), hätte die Nationalbank Franken verkaufen bzw. Dollar kaufen müssen. So wäre der Franken wieder abgewertet und der angestrebte bzw. vorgeschriebene fixe Wechselkurs erreicht worden.

  • Die amerikanische Nationalbank (FED) musste sich verpflichten, alle Dollarguthaben auf Wunsch zum abgemachten Kurs in Gold einzulösen.

  • Die Überwachung des Systems und die Hilfe für in Devisennot geratene Mitgliedsstaaten wurde dem Internationalen Währungsfonds (IWF) übertragen.

Die Einführung des fixen Wechselkurssystems basierte vor allem auf keynesiansichen Überlegungen und sollte zu mehr Stabilität und wirksamerer Fiskalpolitik führen.

Der Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems:
Für den Wiederaufbau nach dem 2.Weltkrieg gewährten die USA den europäischen Ländern grosse Kredite. Dies führte aber dazu, dass die Menge an US-Dollar immer weiter anstieg, während die Goldreserven der USA nicht in diesem Ausmass zunahmen. Es kamen deshalb immer mehr Zweifel auf, dass die USA ihrem Versprechen, sämtliche Dollar in Gold einzutauschen, noch nachkommen können. Immer mehr Länder machten von ihrem Eintauschrecht gebrauch und tauschten ihre US-Dollar gegen Gold ein. Aus diesem Grund hebte der amerikanische Präsident im August 1971 diese Golddeckungspflicht auf. Immer mehr Länder verkauften in der Folge ihre US-Dollarbestände, was zu einem enormen Abwertungsdruck des US-Dollars führte. Im Januar 1973 gab dann auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) den fixen Franken-Wechselkurs auf. Der SNB folgten alle wichtigen Industrieländer und das System der fixen Wechselkurse ging unter.

 

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Artikel wurde am 29.12.2011 aktualisiert


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