Olivier Iseli

Olivier Iseli
Olivier Iseli
Wohnort: Oberwil BL
Beruf:
Jahrgang: 1988








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Meine neusten Kommentare

June 2013 Kommentar zu
Geld
Guten Tag Fre Stax

Sie haben insofern Recht, dass Geschäftsbanken soviel Ausleihen wollen, wie sie weiterverleihen können. Sie haben zudem auch Recht, dass wenn die Geschäftsbanken immer mehr von der SNB ausleihen, sie die schwindende Mindestreserve wieder auffüllen können. Der Kernpunkt liegt darin, dass die Geschäftsbanken nicht soviel bei der SNB ausleihen können wie sie wollen. Sie können sich das folgendermassen vorstellen: Die Geschäftsbank kann nicht einfach bei der SNB anrufen und Geld ausleihen sondern muss warten, bis die SNB eine Auktion startet. Bei der Auktion wird der Preis der ausgegebenen Kredite bestimmt. Wenn die SNB Kredite vergibt, dann müssen die Geschäftsbanken Gebote abgeben, was der höchste Zinssatz ist, den sie bereit sind zu bezahlen. Nehmen wir an, die SNB entschliesst sich CHF 100 Mrd. Kredite zu vergeben. Jede Geschäftsbank sagt nun, wie viel sie gerne hätte und wie viel sie dafür bezahlen würde (bspw. CHF 20 Mrd. zu 0.5%). Je höher der genannte Zins (Repo-Satz), desto eher bekommt die Geschäftsbank den von ihr gewünschten Betrag. Wenn nun aber die Summe aller Anfragen aller Geschäftsbanken CHF 100 Mrd. übersteigt, gehen jene Geschäftsbanken leer aus, welche den tiefsten Zins bereit waren zu bezahlen. Dann müssen sich die bestoffenen Geschäftsbanken Geld anderweitig besorgen (z.B. bei anderen Banken, dann aber wahrscheinlich zu einem höheren Zins, was Kreditnachfrage drosseln wird). Wenn die SNB dem Kapitalmarkt Geld entziehen möchte nimmt sie Kreidte auf, anstatt sie zu vergeben. Welchen Einfluss hat dies nun auf die Geldschöpfung? Erstens bestimmt die SNB, wie viel Geld in den Kreislauf hinein- oder hinausgehen soll. Zweitens kann sie den Leitzins beeinflussen. Je mehr Geschäftsbanken leer ausgehen, desto mehr müssen sich anderweitig Finanzieren und desto höher wird der Zins, den sich die Geschäftsbanken untereinander verlangen (LIBOR, der als Leitzins fungiert). Deshalb können die Mindestreserven einer Geschäftsbank nicht ohne weiteres bzw. teilweise nur zu überhöhten Zinsen erreicht werden.
Es gibt noch einen Zweiten Punkt den es zu beachten gilt, warum der Mindestreservesatz wichtig ist für die Geldschöpfung. Stellen Sie sich folgendes vor: wenn die Geschäftsbank bei der Auktion bspw. CHF 1 Mio. zu 0.5% erhalten hat und der Mindestreservesatz 2.5% ist (das ist der aktuelle Satz in der Schweiz), dann darf sie CHF 40 Mio. Kredite vergeben, denn 2.5% von CHF 40 Mio. sind genau die CHF 1 Mio. die an Reserven gehalten werden müssen. Damit hat die Geschäftsbank mit dem Geld der SNB ihre Reserven gedeckt. Die CHF 1 Mio. kostet die Geschäftsbank CHF 5'000 an Zins. Wenn der Mindestreservesatz aber 5% wäre, dürfte die Bank nur CHF 20 Mio. weiterverleihen, denn 5% von CHF 20 Mio. sind 1 Mio. Die Zinskosten sind aber weiterhin CHF 5'000. Das heisst, im zweiten Szenario bei 5% Mindestreservesatz sind die Kosten für die Bank genau glich wie bei 2.5% (CHF 5'000) jedoch sind die Einnahmen für die Bank geringer, denn sie kann nur CHF 20 Mio. weiterverleihen statt CHF 40 Mio. Je tiefer der Mindestreservesatz also, desto günstiger ist es für die Bank Kredite auszugeben und desto höher ist dann das Kreditangebot am Markt.
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June 2013 Kommentar zu
Geld
Guten Tag Fre Stax,
Sie haben Recht, dass schlussendlich die Geschäftsbanken Geld erzeugen. Die Geschäftsbanken führen die Geschäftstransaktione​n tatsächlich aus. Jedoch bestimmt die SNB in welchem Mass sie dies tun dürfen. Daher kommt die Redewendung, dass die SNB das Angebotsmonopol besitzt. Die Geschäftsbanken agieren so gesehen unter den von der SNB vorgegebenen Direktiven.
Auch bei Ihrem zweiten Punkt gebe ich Ihnen Recht. Die Kreditnachfrage beeinflusst die Geldmenge ebenfalls. Indem die SNB den Repo-Satz jedoch reduziert, gibt sie der Wirtschaft Anreize mehr Kredite aufzunehmen. Sie stimuliert demnach die Nachfrage nach Krediten. Dass dies nicht immer optimal funktioniert und die Zinsen mehrfach gesenkt werden, stimmt natürlich.
Beim Dritten Punkt stellen Sie sich folgendes Beispiel vor: Person A möchte gerne einen Teil ihres Einkommens anlegen und bringt 10’000 Franken zur Bank. Die Bank hat eine Vorschrift der Zentralbank zu befolgen: Sie muss 10% der Einlagen zur Sicherheit als Reserve behalten (sog. Mindestreserve). Die Bank behält also 1’000 Franken (10% von 10’000 Fr.) und kann 9’000 Franken an Person B verleihen, die einen Kredit braucht. Obwohl materiell nur die 10’000 Franken von Person A wirklich vorhanden sind, existieren auf den Konten von Person A (10’000 Fr.) und Person B (9’000 Fr.) insgesamt 19’000 Franken. Doch damit ist die Geldschöpfung noch nicht abgeschlossen. Denn wenn nun Person B die 9’000 Franken von seinem Kreditkonto abhebt und zum Beispiel für ein Auto ausgibt, landen diese 9’000 Franken auf dem Konto des Garagisten, der es wiederum auf die Bank bringen kann. Damit beginnt der ganze Prozess von vorne, einfach mit 9’000 Franken anstatt 10’000 Franken. Das wiederholt sich solange, bis der Geldbetrag zu klein wird. Die Menge an Geld, die auf diese Weise geschaffen wird, hängt von dem vorgeschriebenen Prozentsatz der Mindestreserve ab. Diese bestimmt den sogenannten Geldmultiplikator. (Quelle: Der Kapitalmarkt und die Banken)
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