Pat Germann

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July 2011 Kommentar zu
Ethik und Werte werden in Frage gestellt
Liebe Frau Glanzmann-Hunkeler
S​ie pachten hier die Ethik für sich und bringen keinerlei schlüssige Argumente für ihre Position an.
Bei der Präimplantationsdiagn​ostik (PID) geht es, wie Sie sagen, darum Behinderungen zu verhindern. Wieso sollte man Behinderungen verhindern? Weil sie Leid verursachen. Was könnte das Ziel unseres ethisch-politischen Handelns sein, wenn nicht Leidverminderung und Glücksmaximierung? Vielfach wird argumentiert, dass die Prävention von Erbkrankheiten, die zu Behinderungen führen, Behinderte diskriminieren. Das tut sie mitnichten. Behinderte und kranke Menschen verdienen unsere volle Unterstützung. Nicht aber Behinderung und Krankheit! Gerade weil wir die Menschen bestmöglich unterstützen wollen und sollen, müssen wir Behinderung und Krankheit bekämpfen. Wir lassen uns ja auch impfen. Wer meint, die Prävention von Erbkrankheiten, die zu Behinderungen führen, habe die Diskriminierung von Behinderten zur Folge, der könnte genauso gut argumentieren, man müsse die Impfungen abschaffen, weil sie zu Diskriminierungen von Menschen führen, die an den Krankheiten leiden, die man durch die Impfungen bekämpfen kann. Wenn Sie sich gegen die PID einsetzen, müssten sie konsequenterweise auch die Abschaffung von Impfungen fordern.
Zu ihren Ausführungen zu Embryonen: Nein, bei Embryonen sind offensichtlich keine menschlichen Eigenschaften vorhanden. Insbesondere sind Embryos nicht empfindungsfähig. Deshalb ist die Abtreibung ja bis in die 12. Schwangerschaftswoche​ erlaubt. Einem nicht empfindungsfähigen Lebewesen kann man kein Leid zufügen. Es ist deshalb ethisch nicht verwerflich, abzutreiben und die PID einzusetzen. Ihre Rede von der "Würde des Menschen" ist eine Begriffsverwirrung. Definieren Sie mal "Würde". Die Würde eines Menschen zu achten, bedeutet doch nichts anderes als sein Interesse, leidfrei zu leben, zu schützen. Aber ein Embryo hat dieses Interesse nicht. Man kann kein Interesse schützen, das nich vorhanden ist. Im Gegensatz zu Embryos sind Tiere empfindungsfähig. Sie haben also ein Interesse, zu leben und leidfrei zu leben. Aber dieses Interesse, die man in Ihren Worten als "Würde der Tiere" bezeichnen könnte, missachten wir jeden Tag millionenfach in krasser Weise. Unsere "Nutztiere" sind so empfindungsfähig wie geistig Säuglinge, Demente oder geistig Behinderte. Deshalb müssen wir auch ihr Interesse, zu leben und leidfrei zu leben, durch ein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit schützen. Auch hier besteht die Gefahr, dass Sie sich mit dem biblischen Wort der "Krone der Schöpfung" und vom "Ebenbild Gottes" die Sicht auf die Argumente versperren.
Setzen wir uns ein für eine progressive Bioethik mit dem Ziel der Leidminimierung! Daraus folgt unmittelbar die Unterstützung der Sterbehilfe, der PID, der Abtreibung und der Tierrechte/des Veganismus.
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