Paul Brunner

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October 2012 Kommentar zu
Fehlanreize im Gesundheitssystem
Ja, die Gesundheitskosten und damit die Prämien steigen kontinuierlich, aber niemand stört sich an den steigenden Verwaltungs- oder Betriebskosten der Krankenkassen.
www.transparenza.ch​ zeigt von rund 70 Krankenkassen die ihren Mitgliedern im jährlichen Geschäftsbericht publizierten Zahlen und stellt diese, in benutzerfreundlicher Art und Weise, den Zahlen anderer Krankenkassen gegenüber. Man kann sich dort leicht ein Bild machen, welche Krankenkassen ihre Mitglieder detailliert oder nur oberflächlich orientieren. Man erhält dort, zumindest von jenen Krankenkassen, die ihre Mitglieder detailliert orientieren, Einblick in die jährlichen Vergütungen an den Verwaltungs- oder Stiftungsrat, die Entschädigungen an die Geschäftsleitung, die Verwaltungskosten gesamthaft, pro Mitglied, pro Mitarbeiter, im prozentualen Verhältnis zu den Prämieneinnahmen, die Kosten für Informatik und Marketing/Werbung, die Personalaufwendungen gesamthaft und pro Mitarbeiter. Jedes Krankenkassen-Mitglie​d hat Anrecht auf eine transparente Orientierung bezüglich Einnahmen, Ausgaben und Verwaltungskosten seiner Krankenkasse.
Die vom Bundesamt für Gesundheit publizierten Aufsichtsdaten der obligatorischen Krankenpflege-Versich​erungen (OKP) zeigen lediglich die von den Krankenkassen gemeldeten Zahlen der Sparte OKP und nicht die ganzheitlichen Zahlen einer Krankenkasse. Es ist den Krankenkassen freigestellt, wie sie ihre Gesamt-Verwaltungskos​ten auf die einzelnen Sparten (OKP, Zusatzversicherung, Unfallversicherung, Taggeldversicherung)a​ufteilen. Damit ist es möglich, dass bei einer Krankenkasse der prozentuale Anteil der Verwaltungskosten bei der OKP z.B. nur 4.9384% beträgt, dafür bei der Zusatzversicherung 20,4191%. Krankenkassen nahestehende Organisationen und Verbände, auch einzelne Politiker und weitere Interessenvertreter, benützen diese angeblich tiefen Verwaltungskosten der OKP daher gerne für ihre Zwecke, um in der Öffentlichkeit und bei den Versicherten ja nicht den Gedanken keimen zu lassen, man könnte mit weniger Krankenkassen oder einer Einheitskasse Verwaltungskosten sparen. Transparenza fordert, dass die Krankenkassen in ihrem Geschäftsbericht die Verwaltungskosten einerseits detaillierter präsentieren müssen, d.h. mindestens die Gesamt-Entschädigung für Verwaltungs-/Stiftung​srat mit Anzahl Mitglieder, die Entschädigung an die Geschäftsleitung mit Anzahl Mitglieder, die Anzahl Vollzeitstellen mit den dazugehörigen Personalaufwendungen,​ die Informatikkosten, die Kosten für Marketing/Werbung sowie die übrigen Verwaltungskosten; andererseits wird gefordert, dass die Aufteilung der Gesamt-Verwaltungskos​ten von allen Krankenkassen proportional zu den Prämieneinnahmen der einzelnen Sparten vorgenommen wird. Nur so sind faire Vergleiche von Effizienz unter den Krankenkassen sinnvoll. Die Politik ist gefordert!
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