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Volksabstimmung vom 23. September 2018: Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege

Velofahren ist in der Schweiz weniger beliebt als in der EU. Besonders im grossen Nachbar Deutschland ist das Velo ein deutlich beliebteres Fortbewegungsmittel. Um dies zu ändern wurde am 1. März 2016 die Volksinitiative «Zur Förderung der Velo-, Fuss- und Wanderwege (Velo-Initiative)» eingereicht. Der Bundesrat erliess daraufhin einen Gegenvorschlag in der Form eines Bundesbeschlusses. Die Velo-Initiative wurde zurückgezogen. Über den Gegenvorschlag wird nun ab-gestimmt.

Was wird geändert

Der Artikel 88 der Schweizer Bundesverfassung schreibt dem Bund gewisse Kompetenzen in Bezug auf Fuss- und Wanderwege zu. Der Gegenvorschlag will diese Passage um Velowege ergänzen, sodass der Bund auch hier die gleichen Kompetenzen ausüben kann. Dies bedeutet, dass der Bund auch bei den

Velowegen die Kantone in der Erstellung und dem Unterhalt, sowie der Koordination unterstützen kann. Gleichzeitig ermöglichen die Neuerungen dem Bund nicht nur kantonale Fuss-, Wander-, und Velowege zu koordinieren, sondern auch Netze, welche von Dritten unterhalten werden. Dies erweitert die Kompetenzen des Bundes also auch hinsichtlich der Fuss- und Wanderwege. Auch soll der Bund neu

bei der Information über Velo-, Fuss und Wanderwege die Kantone unterstützen können.

Auswirkungen

Der Bundesbeschluss verankert die Unterstützungskompetenz des Bundes für Velowege in der Verfassung und stellt damit die Velowege den Fuss- und Wanderwegen gleich. Zudem erwartet das Bundesamt für Strassen, dass dem Bund für die Wahrnehmung der neu zugeteilten Kompetenzen jährlich 1.1 Mio. Franken Kosten entstehen. Diese Kosten gehen zu Lasten des Budgets vom Bundesamt für Strassen.

Argumente der Befürworter

In den folgenden Abschnitten werden einige Argumente der Befürworter des Bundesbeschlusses dargelegt.

Gute Erfahrungen

Die Befürworter des Gegenvorschlages des Bundes verweisen auf die guten Erfahrungen welche man mit der Verankerung der Fuss- und Wanderwege in der Verfassung gemacht hat. Der Bund wäre neu dafür verantwortlich aufgehobene Velowege zu ersetzen. Die Befürworter versprechen sich hiervon bessere und sicherere Velowege für Schulkinder, Sportler und Touristen.

Weniger Stau

Die Schweizer benutzen ihr Velo nicht so oft wie andere Europäer. Zum Teil werden sogar strecken von weniger als 5 km mit dem Auto zurückgelegt. Die Befürworter des Bundesbeschlusses versprechen sich von einer Verbesserung der Velowege auch eine intensivere Nutzung. Dies ist nicht nur Vorteilhaft für die Umwelt, sondern verringert das Staurisiko.

Tourismus

Velotouren sind ein wichtiger Eckpfeiler des Schweizer Sommertourismus. In- und ausländische Velotouristen generieren der Schweiz jedes Jahr hunderte Millionen Schweizer Franken an Umsatz. Der Umsatzanteil der in der Schweiz lebenden Velotouristen ist dabei der mit Abstand grössere. Egal ob inländische oder ausländische Touristen, sie alle haben ein Bedürfnis nach einer guten Veloweginfrastruktur.

Argumente der Gegner

In den folgenden Abschnitten werden einige Argumente der Gegner des Bundesbeschlusses dargelegt.

Überfluss

Die Gegner der Vorlage erachten den Bundesbeschluss als überflüssig. Es wird schon genug getan für die Schweizer Velofahrer. Eine Aufnahme des Velos in die Bundesverfassung ist deshalb nicht notwendig.

Höhere Kosten

Die Gleichstellung der Velowege mit den Fuss- und Wanderwegen führt zu hohen Kosten für den Bund. Indem der Bund neu Grundsätze für die Velowege festlegen kann, werden auch bei den Kantonen höhere Kosten erwartet.

Nicht weniger Verkehr

Ein weiteres Argument der Gegner bestreitet eine wesentliche Verringerung des Verkehrsaufkommens durch mehr Velos. Besonders während der Winterzeit oder wenn es regnet werden sich kaum mehr Leute aufs Velo setzen.


Literaturverzeichnis [ ein-/ausblenden ]


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Zusammenfassung

Ziele der Vorlage

Velowege sol­len in der Ver­fas­sung ver­an­kert und damit Fuss- und Wan­der­we­gen gleich­ge­stellt werden.

Was wird geändert

Velowege sol­len ex­pli­zit in der Ver­fas­sung er­wähnt wer­den. Damit wird es dem Bund er­mög­licht die na­tio­na­len Ve­lo­weg­netze bes­ser zu ko­or­di­nie­ren und über diese zu in­for­mie­ren. Die Zu­stän­dig­keit soll aber wei­ter­hin bei den Kan­to­nen bleiben.

Argumente dafür

Mit der Auf­nahme von Fuss- und Wan­der­we­gen in die Ver­fas­sung wur­den gute Er­fah­run­gen ge­macht. Man ver­spricht sich mit der Er­gän­zung der Ve­lo­wege vor allem we­ni­ger Stau und mehr Velotourismus.

Argumente dagegen

In der Schweiz wird schon viel für die Ve­lo­fah­rer ge­tan. Eine Auf­nahme in die Ver­fas­sung ist des­halb ü­ber­flüs­sig. Aus­ser­dem wird der Ver­kehr vor allem im Win­ter und bei Regen nicht ver­rin­gert wer­den können.

Kommentare von Lesern zum Artikel

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Peter Kottmann sagte September 2018

Velowege sind Aufgaben, die idealerweise auf Gemeindeebene gelöst werden. Jeder Kanton soll selber entscheiden, ob er seinen Gemeinden dazu eine Richtlinie geben möchte. Leider wird mit der Einbettung in die Bundesverfassung wieder eine überflüssige Aufgabe in der Gesamt-Schweiz geschafffen. Das braucht in der Bundesverwaltung einen zentralisierten Verantwortlichen, und wohl ein Büro mit eionigen qualifizierten Mitarbeitern, die der wertschöpfenden Wirtschaft entzogen werden und dort durch vermutlich weniger qualifizierte Ausländer ersetzt werden müssen. Wirtschaftliches Endresultat ist Wertvernichtung.
Mehr Velowege: vielleicht. Aber nicht auf Kosten einer weiteren Aufblähung eines zentralisierten Molochs.


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Willy Brauen sagte September 2018

Leider besteht die Gefahr, dass bei Annahme der Velo-Initiative, von den Autogegnern versucht wird, mit entsprechenden Projekten, das Auto weiter zu verdrängen, was bei den Wanderwegen nicht möglich ist! Sehen Sie die Tiefenaustrasse in Bern als neustes Beispiel verkehrter Verkehrsplanung, gegen das Auto, was allerdings für Bern symptomatisch ist - leider! Seit Jahrzehnten wird davon gesprochen, mehr Raum für die Velos bei Um- und Neubauten vor zu sehen. Und es wurde auch Vieles gemacht, so, dass es kein Eintrag in die Bundesverfassung braucht! Gegen Verbesserungen zu Gunsten der Velos, ist nichts einzuwenden, aber nicht auf Kosten des automobilen Verkehrs!


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